Hamburg / Altona / Sternschanze. Wie der Hamburger Senat mitteilt, wurde am 31. Oktober ein notarieller Kaufvertrag für den Rückerwerb der Roten Flora abgeschlossen. Die Lawaetz-Stiftung werde Treuhänderin, berichtet der Senat weiter. Pünktlich zum 25-Besetzungs-Jubiläum am 1. November dürfte damit der Streit um die Nutzung von Grundstück und Gebäude vom Tisch sein, zumal der Senat eine „nicht-kommerzielle Nutzung“ sicherstelle.

Die Johann Daniel Lawaetz-Stiftung hat das Grundstück und die Immobilie der sogenannten Roten Flora als Treuhänderin der Stadt für einen Kaufpreis von 820.000 Euro erworben. „Nach einem entsprechenden Beschluss der Gläubigerversammlung im Insolvenzverfahren gegen den früheren Eigentümer Klaus-Martin Kretschmer wurden heute der Treuhandvertrag der Stadt mit der Lawaetz-Stiftung und der Kaufvertrag mit dem Insolvenzverwalter notariell beurkundet. Übergabetag ist der 1. November 2014“, so der Senat in einer Mitteilung.

„Der vom Senat Anfang des Jahres angekündigte Rückerwerb der Roten Flora ist damit umgesetzt“, kommentierte Finanzsenator Peter Tschentscher. Der Senat habe am vergangenen Dienstag entschieden, die städtische Lawaetz-Stiftung treuhänderisch mit dem Kauf und der künftigen Verwaltung der Immobilie zu beauftragen. „Die jetzige Lösung verhindert“, so Tschentscher, „dass die Immobilie von privaten Eigentümern für renditeorientierte, immobilienwirtschaftliche Interessen genutzt wird.“

Im Januar 2014 hatte der Senat dem damaligen Eigentümer der „Roten Flora“ letztmalig angeboten, die Immobilie für einen Kaufpreis von 1,1 Mio. Euro zu erwerben (wir berichteten). Das Angebot war befristet und wurde nicht angenommen. Der jetzige Kaufpreis von 820.000 Euro sei ein Verhandlungsergebnis mit dem Insolvenzverwalter, der die Immobilien des Insolvenzschuldners verwertet. Die Gläubigerversammlung hatte gegen das Votum einzelner Gläubiger entschieden, das jetzige Kaufpreisangebot der Stadt anzunehmen. Die angefochtene Entscheidung wurde vom Amtsgericht Hamburg bestätigt, so der Senat abschließend.

„Die Stiftung stellt eine weiterhin nicht-kommerzielle Nutzung sicher und ist in der Lage, eine friedliche Entwicklung im Sinne der Stadtteilkultur zu begleiten“, lautet die Mitteilung aus der Senatskanzlei. Die Verträge stünden jedoch unter dem Vorbehalt einer endgültigen Entscheidung des Landgerichts Hamburg, falls einzelne Gläubiger Rechtsmittel gegen den Beschluss der Gläubigerversammlung einlegen.

Dossier „Rote Flora“

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