Hamburg / Altona / Nienstedten. Nach Informationen von ALTONA.INFO ist der umstrittene Neubau auf dem Ex-Grossner-Grundstück (‚Das Weiße Haus von Nienstedten‘) trotz Widerstand genehmigt. Doch auch andere Bauverfahren stehen offenbar in dem Gebiet ins Haus. Die Bezirksversammlung beschloss die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans für Teufelsbrück.

In den letzten Monaten gab es Streit um eine neue Villa an der Elbchaussee bei Teufelsbrück (wir berichteten). Ein moderner Glasbau passe nicht in das typische Bild der Elbchaussee als Ersatz für das ‘Weiße Haus von Nienstedten’, hieß es. Die Politik schaltete sich ein, als die erste Bauanfragen das Bezirksamt Altona erreichen. Man bemühe sich seit Jahren um den Erhalt und dem Schutz der vorhandenen Bebauung. Nach dem Abriss ist nun seit Ende Oktober klar, der Neubau kommt. Per “Genehmigungsfiktion”, bedeutet automatische Genehmigung durch Nichtreagieren des Amtes in einer bestimmten Frist, wurde der Bau jetzt genehmigt. Zuvor – so zumindest Versuche der Bezirkspolitik – war ein neuer B-Plan angedacht, der mit einer Veränderungssperre versehen so auch den unerwünschten Villenbau verhindern sollte. Nach Informationen von ALTONA.INFO drohten die neuen Grundeigentümer dem Bezirksamt für diesen Fall jedoch mit Amtshaftungsansprüchen. Zudem wäre man mit dem jetzigen B-Plan nicht rechtzeitig – vor Erreichen der Antwortfrist auf die gestellte Bauanfrage – mit der sogenannten Grobabstimmung durch gewesen. Die Hamburger Verkehrs- und Wirtschaftsbehörde hätte Stellung zu Überflugrechten von Airbus nehmen müssen und mauerte bereits. Das dauert offenbar, die Fristen sind gerissen worden, jetzt kommt der Bau.

Was man hier nicht mehr beeinflussen konnte, soll sich an der anderen Stelle nicht wiederholen. Die Bezirksversammlung Altona beschloss jetzt trotzdem einen neuen Bebauungsplan für das Gebiet rund um Teufelsbrück aufzustellen, zumal noch andere Themen ins Haus stehen. Was wird etwa aus dem DLRG-Haus, aus Tankstelle und Parkplatz, falls es dort zu Eignerwechseln kommen sollte, fragte man sich in Amt und Politik. Auch hier wolle man nun für die Einhaltung von Gestaltungsvorschriften sorgen. “Im Sinne dieser Programmatik sind zum besonderen Schutz der gesamten Elbchaussee noch einige Lücken zu schließen”, heißt es in dem Einleitungsbeschluss mit Veränderungssperre für das Gebiet. Ziel dieses B-Plan-Verfahrens sei es, für die unbebauten Grundstücke entlang des Elbuferwanderwegs Grünzonen und auch Baufelder festzulegen. Namentlich genannt ist etwa die Tankstelle und große Parkplatzfläche an der Baron-Voght-Straße. Dafür sollen sogar “städtebauliche Lösungen” erarbeitet werden. Weiterhin sei auch zu untersuchen, welche Nutzungen es durch die Lärmbelastung der Einflugschneise geben könne.

In dem umrandeten Gebiet soll jetzt ein Bebauungsplan aufgestellt werden.
In dem umrandeten Gebiet soll jetzt ein Bebauungsplan aufgestellt werden.

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