Altona / Ottensen. Am Ottenser Kreuz, wo sich Ottenser Hauptstraße und Bahrenfelder Straße kreuzen, soll gebaut werden. Die „Alte Dame“ blickt direkt auf die Ecke, wo Ende 2016 mehrere Häuser einem viel umfangreicheren Neubau weichen sollen. Jetzt stehen dort 865 qm Geschossfläche – geplant ist das Vierfache an Baumasse mit etwa 3.500 qm, wie ALTONA.INFO erfuhr.

Das Thema ist den Mietern seit Jahren bekannt, einige rechnen mit Mondmieten, wie der T-Shirt-Laden. Der Inhaber fragt sich, ob er sich überhaupt noch irgendeine Miete in Ottensen leisten könnte. Zum Glück gehe er bald in den Ruhestand, aber ein T-Shirtladen wird es gewiss nicht sein. Vielleicht wird dann auch keiner mehr gebraucht? Nahezu täglich stelle ein Paketbote in seinen Laden H&M-Tütchen und Pakete ab, die Anwohner im Internet bestellt haben. Der H&M-Store im Mercado ist dabei nur einige Schritte weit weg.

Was wurde beim Bezirksamt Altona angefragt, wollen wir wissen. Sind etwa wieder ‚fette Höfe‘ am Spitzenplatz geplant? Der Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses mit 14 Wohneinheiten, teilweise über mehrere Geschosse, antwortet das Amt. Ab 20 Wohnungen gilt der Drittelmix bei Neubauvorhaben und erst dann müssten Sozialwohnungen gebaut werden. Ob bei Eckgrundstücken in prominenten Lagen wohl noch eine Abstimmung mit dem Oberbaudirektor notwendig sei, vielleicht auch ein städtebaulicher Vertrag? Die Frage wird nicht beantwortet. Drei Gewerbeflächen sind angedacht. Mietverträge laufen entweder aus oder sind schon gekündigt. Der Denkmalwert des Gebäudes an der Ottenser Hauptstraße 25 werde gegenwärtig noch vom Denkmalschutzamt geprüft, heißt es.

„Haben Sie schon das vom Penny-Markt gehört, am Alma-Wartenberg-Platz, wo das Aurel ist?“, fragt ein Kunde, der gerade unser Gespräch im T-Shirtladen verfolgte. Seit Jahren steht das Eckgrundstück bis zur Post im Altonaer Wohnungsbauprogramm als erkanntes Potential für eine weitere Verdichtung. Dort angekommen, würde sicher jemand von Gerüchten zum nächsten Neubau in Ottensen berichten. Anderer Beitrag, immergleiche Geschichten: Kleiner verrottender Bau mit günstigen Mieten und Nahversorgung für Anwohner weicht Luxuswohnungen und Gewerbeflächen mit Mondpreisen für Neuankömmlinge und Touristen. Realität in Ottensen – seit Jahren.Almaplatz-PennyAurel

 

15 KOMMENTARE / LESERBRIEFE

  1. Der Bebauungsplan sieht nicht nur 4-5 Geschosse vor sondern weist vor allem ein Erhaltungsgebiet aus, d.h. hier sollen die städtebaulichen Besonderheiten bewahrt werden. Die städtebaulichen Besonderheiten an dieser Stelle sind aber gerade eine niedrige, differenzierte Bebauung, die Ottensens Zentrum (der Spritzenplatz) als ein Quartier vor Beginn der großen Stadterweiterungen zwischen 1890 und 1910 kennzeichnen. Insofern erübrigt sich aus meiner Sicht jede Diskussion, die Gebäude müssen per Gesetz so oder so ähnlich erhalten werden. Es gibt eben Orte die einen besonderen Schutz verdienen, und dann hat der Besitzer Pech gehabt, daß er etwas nicht darf was zwei STarßen weiter erlaubt ist.
    Mal eine Vermutung: 1. Das Bild war nur ein Versuch des Eigentümers zu testen wie weit man gehen kann um dann vielleicht eine etwas harmlosere Variante heraus zu handeln. 2. Der Eigentümer schreibt fleißig in den Foren mit…

  2. Ruhig Blut! Ein Neubau an der Ecke Spritzenplatz. Der Bebauungsplan sieht hier wie im ganzen Block eine Höhe von 4 bis 5 Geschossen vor. Der richtige Entwurf eines internationalen Stararchitekten liegt noch gar nicht vor, das Bild vom Massenmodell wurde von der … an die Presse weitergegeben. Schade!
    Ja, das Dorf verändert sich. Aber mal unter uns: Wer möchte sagen, dass der Telekom Laden den Stadtteil schmückt?
    Hier sollen Wohnungen entstehen.
    Und langweilige Architektur haben wir an jeder Ecke.
    Nur Mut Altona!

  3. Stimmt, wenn man so wie ich gesehen hat wie ein Altbau nach dem anderen dran glauben muss und man mittlerweile
    auch vor echten Preziosen und stadtteilprägenden Ensembles keinen halt mehr kennt, fehlt mir jegliche Toleranz.

    Und dann so staatstragendes Geschwurbel wie aus einem PR-Flyer für die Hafencity…..

    Wenn das mit dem Tempo weitergeht wie bisher gibt es in 30 Jahren kein Ottensen mehr.

    Wo ist eigentlich die Toleranz der (meist siegreichen) Gegenseite für Bürgers Wunsch nach Identität?

  4. Neubau am der Ecke des Spriztenplatzes: Ja bitte. Der Baubestand ist nicht sonderlich schön es es könnten hier locker und ohne Probleme vier bis fünf Etagen entstehen statt der bisherigen Flachbauten. Nur: Warum ‚muss‘ es so eine furchtbare und für das Viertel unpassende Architektursprache sein? Ich hoffe sehr die Vorgaben es aktuellen B-Planes reichen aus um so etwas zu verhindern.

    Gegen einen ’normalen‘ Neubau, der sich im Optimalfall an klassicher Architektur orientiert, hätte ich nichts einzuwenden. Im Gegenteil, die Ecke könnte sogar davon profitieren.

  5. Na, Ist denn schon Nikolaus?

    Entwicklung und sinnlose Bewährung?
    Wohl zuviele schwülstige Präsidentenreden gehört.

    Andererseits, warum den Fehler der Grossen Bergstrasse nicht einfach wiederholen und gleich den kompletten Strassenzug abreissen, das bringt Gleichstand in Sachen Hässlichkeit und dann auch wieder mehr Kunden in die Bergstrasse.

    Ja, lieber Nikolaus….Stadt als Organismus ist KONTROLLIERTE Entwicklung mit nachhaltigen Kriterien und ausgefeilten Plänen, das was sie propagieren ist nichts anderes als wuchernder Krebs.

    Die Sonne würde man nach den Plänen zu urteilen auch nach 12 Uhr eh nicht mehr sehen….

    Der dörfliche Gasthof Ecke Bahrenfelder/Schützenstrasse ist bereits Platt, als nächstes sind dann sicher Mayday
    und Penny an der Reihe….dazu der Zeiseklotz….es wird immer schneller, immer dreister.

    Währet den Anfängen und macht Rabatz, es reicht wirklich.

  6. @ Redaktion: Der drohende Entwurf für den beabsichtigten Neubau ist in einem Mopo-Artikel der letzten Woche zu sehen. Ein grauenhafter Klotz – kantig, viel zu hoch, mit schief-unuhiger Fassade und passt zur Umgebung wie ein Elefant auf dem Drahtseil! Die jetzigen Bauten mögen ja manchem Baulöwen etwas mickrig erscheinen. Doch gerade darin liegt der Charme dieser Ecke. Euer Foto macht es deutlich: Die bestehende Eckbebauung lässt immerhin noch etwas Licht in die Fußgängerzone und sorgt für eine gewisse Gemütlichkeit und Raumgefühl. Das Haus, in dem die Eisdiele beheimatet ist, könnte Denkmalwert haben.

    Sicher: Nicht jeder muss diesen Eindruck teilen. Aber wenn hier jemand Umgestaltungsbedarf anmeldet: Dann bitte nicht mit einem solchen städtebaulichen Attentat, das Ottensen eines weiteren Teils seiner gewachsenen Geschichte beraubt!

  7. @Redaktion. Was ist das denn für ein verquerer Artikel?! Geht es um Fakten, geht es um Gerüchte? Am Spritzenplatz sitzen u.a. die Telekom u der Eisladen. Von beiden liest man in anderen Medien, dass sie sehr wohl informiert sind, mit dem Abriss rechnen in auch ein Mietangebot bekommen haben. Von Mondmieten war dort nicht die Rede. Hier scheint mir einmal mehr Stimmung gemacht zu werden , damit sich in Ottensen kein Stein bewege – Stadt ist Bewegung, Entwicklung, nicht Rückschritt u sinnlose Bewährung. Auch Ottenser sollten sich bewusst machen, dass die Sonne nicht um 12 Uhr stehen bleibt, die Welt dreht sich weiter und will gestaltet werden.

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