Kunstrasenplatz: Sportstättenbau weist Nichtentscheidung des Sportausschusses zurück

Hamburg / Altona. Ein Fünkchen Hoffnung war wohl bei einigen Politikern noch da, dass eventuell zwei Altonaer Plätze in 2015 auf Kunstrasen umgerüstet werden können. Bei der letzten Sitzung des Sportausschusses Anfang November, gab es nach einer bereits vormaligen Vertagung wieder keine Entscheidung. Ob der Platz von TUS Osdorf (Blomkamp) oder Teutonia05 (Tönsfeldstraße) umgerüstet wird, ist damit weiter offen (wir berichteten). Es droht jetzt eine Kampfabstimmung auf der nächsten Sitzung der Bezirksversammlung Altona, zumal der bezirkliche Sportstättenbau, das Gremium aller sieben Bezirke, Altona aus einem Globalbudget von 4 Mio. Euro insgesamt 500.000 Euro für 2015 zugewiesen hat. Das reicht für 1,5 Plätze. Es fehlen 250.000 Euro, um beide Plätze umrüsten zu können.

Aufstellung zu Kunstrasenkosten aus Bezirkskreisen.
Aufstellung zu Kunstrasenkosten aus Bezirkskreisen.

Die Sportvereine stehen beim Thema Kunstrasen Schlange, wenn es um die Umrüstung ihrer Spielflächen geht. Versprochen wurde noch niemandem etwas, doch Hoffnung wurde lange gemacht, während konkrete Entscheidungen der Altonaer Politik seit 2013 ausgeblieben sind. Nachdem auf der letzten Sitzung auch noch das Amt aufgefordert wurde, eine detaillierte Gegenüberstellung der Vereinsplätze von Osdorf und Ottensen vorzunehmen, kam es wieder zu keiner Entscheidung. Sven Hielscher (CDU) stützte seine Hoffnung darauf, dass es bei der Aufwertung beider Plätze auf Kunstrasen zu wenig Randkosten komme. Flutlichtanlagen wären beiderseits schon installiert, der Grund sei gut bebaubar, ein neues Vereinshäuschen wird nicht benötigt. Ein Standard-Einkaufspreis für einen Kunstrasenplatz liegt nach einer internen Aufstellung bei etwa 340.000 Euro. Mit Mitteln in Höhe von rund 700.000 Euro könnten zwei Plätze in 2015 realisiert werden. Seine Sicht teilten die GRÜNEN und votierten gegen einen Antrag von SPD und LINKE, die mit einem Antrag konkret die Umrüstung des Platzes von Teutonia05 für das nächste Jahr forderten. Da im Ausschuss nur Vertreter von SPD, GRÜNE, CDU und LINKE votieren und die Anzahl der stimmberechtigten Mitglieder gerade ist, kam es zu einem überraschenden Patt.

Andreas Bernau (SPD) hatte seinen Antrag für Teutonia05 nicht durchgebracht und ging als Vertreter in den bezirklichen Sportstättenausschuss, der am Mittwochabend tagte. „Ich bin hier genauso raus gekommen, wie bereits befürchtet“, sagt Bernau. Der Sportstättenbau spielte den Ball einfach wieder nach Altona zurück. 500.000 Euro gibt es zusätzlich zu den bezirklichen Sportmitteln und für Altona insgesamt. Bezirkspolitik und die betroffenen Vereine stehen also weiter ‚auf Los‘, wie auch schon seit einem Jahr. Sollte es bis zum 27. November keine Einigung geben, kommt es im Plenum der Bezirksversammlung Altona zu einer Kampfabstimmung zum Thema Kunstrasen.

Nachtrag vom 13.11.: Auf Antrag der GRÜNEN wurde im Hauptausschuss am Donnerstag für die nächste BV der Tagesordnungspunkt „Kunstrasen Tönsfeldstraße“ beantragt. Damit scheint eine Mehrheit von SPD, LINKE und (diesmal auch) GRÜNE für die Umrüstung des Platzes von Teutonia05 an der Kreuzkirche sicher.

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