Altona / Osdorf / Lurup. Aus Mitteln zur Stadtteilentwicklung (RISE) fließen dem Gebiet nach Informationen von ALTONA.INFO ab 2015 für die nächsten sieben Jahre 1,7 Mio. Euro zu. Eine entsprechende Zusage habe es am Montag von der BSU gegeben, berichtete das Bezirksamt Altona bei der Sitzung des kommunalen Wirtschaftsausschusses im neuen Bürgerhaus Bornheide.

Viele angedachte Maßnahmen wurden bereits grob konzipiert und in einer ersten Aufstellung zusammengefasst, die nun noch ergänzt werden können. Begleitend zur Bestebung nach einer Fortsetzung war auch eine umfangreiche ‚Problem- und Potentialanalyse‘ (PDF) erarbeitet worden. Auf Basis vorliegender Sozialdaten wurden in dem Gebiet, das zuletzt etwa die niedrigste Wahlbeteiligung bei Kommunalwahlen aufwies, sehr umfangreiche Probleme aufgezeigt. Die Prognose war hier sogar deutlich negativ. Über 50 Prozent der unter 15-Jährigen sei hier zum Beispiel auf eine Mindestsicherung angewiesen. Im gesamten Bezirk Altona leiden 17,5 Prozent aller unter 15-Jährigen unter Kinderarmut. Trotz vormaliger RISE-Aktionen in dem Gebiet weise es bis heute eine „schlechte sozioökonomische Situation“ auf.

Auf dem Gebiet des Sportplatzes Flurkamp entsteht bis Ende 2017 für 30 Mio. Euro eine "Community School". Hier eine Visualisierung vom 1. Preisträger. Visualisierung: Behnisch Architekten Stuttgart.
Auf dem Gebiet des Sportplatzes Flurkamp entsteht bis Ende 2017 für 30 Mio. Euro eine „Community School“. Hier eine Visualisierung vom 1. Preisträger. Visualisierung: Behnisch Architekten Stuttgart.

Es müsse noch eine europaweite Ausschreibung für das Management – den Gebietsentwickler – erfolgen. Aufgrund der Regularien hier, könnten die Maßnahmen noch bis in den Herbst 2014 andauern. Zahlreiche bisherige Projekte sollen nach bisherigen Vorstellungen wie gehabt weiterlaufen, darunter auch eine gedruckte Stadtteilzeitschrift oder ein Stadtteilbüro. Der größte Einzelposten wird nach den mit der BSU abgestimmten Planungen für die neue „Community School“ in Lurup (Beitrag zum Thema folgt) angedacht. Etwa 500.000 Euro sollen verbaut werden, damit Anwohner die Einrichtung selbst auch für andere Belange als Schule nutzen können. Weitere Maßnahmen: An der Kita Immenbusch und Achternborn wie auch dem Spielplatz Bornheide soll es zu Investitionen in die Außengelände kommen.

Viele Altonaer Abgeordnete nahmen die Zusage aus der BSU und den Bericht des Bezirksamtes mit Erleichterung auf, zumal der Hamburger Senat derzeit eine massive Kürzung von RISE-Mitteln vornimmt und auch der Osdorfer Born mal auf der Streichliste auftauchte. Mittel aus dem „Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung“ setzen sich aus Landes-, Orts- und Bundesmitteln zusammen. Die Stadt Hamburg plant im Rahmen ihres Doppelhaushaltes 2015/16, den die Bürgerschaft noch in diesem Jahr verabschieden will, nach Informationen von ALTONA.INFO eine nahezu hälftige Kürzung der Mittel von etwa 30 auf 15 Mio. Euro. Die Bezirke wurden in den letzten Monaten aufgefordert, Prioritäten zu setzen. Zuletzt kritisierten die GRÜNEN dies in der Bürgerschaft massiv und forderten eine Beibehaltung der Förderhöhen.

Ein Auszug aus internen Unterlagen des Senats zur Haushaltsplanung zeigt, RISE-Mittel werden massiv zusammengestrichten, Bezirke in den letzten Monaten angewiesen, Prioritäten zu bilden.
Ein Auszug aus internen Unterlagen des Senats zur Haushaltsplanung zeigt, RISE-Mittel werden massiv zusammengestrichen, Bezirke in den letzten Monaten angewiesen, Prioritäten zu bilden.

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