Hamburg / Altona. In Altona kann jetzt multimodal ‚geswitched‘ werden. Wie bereits an fünf anderen Orten in Hamburg steht nun nach einigen Monaten Bauzeit auf dem ehemaligen Bahnhofsparkplatz am Paul-Nevermann-Platz eine „switchh“-Station. Das Pilot-Konzept integriert mehrere Verkehrsträger.

Die Verkehrsmittel S-Bahn, Bus, Rad, Auto und Fahrrad lassen sich für zehn Euro Aufpreis auf das HVV-Ticket beliebig kombinieren. 2.000 Hamburger sind bereits bei „switchh“ abonniert, berichtet Verkehrsstaatsrat Andreas Riekhof bei der Vorstellung. Wie stark Hamburg in Sachen Mobilität unterwegs ist, bestätigen auch Zahlen des Daimler-Ablegers Car2Go. Der Anbieter verzeichnet nach eigenen Angaben ein Zehntel aller Nutzungen unter 29 Car2Go-Städten in der Freien und Hansestadt Hamburg.

Insbesondere in Altona dürfte jetzt noch weiter investiert werden, denn der hiesige ’switchh‘-Point stößt nun mitten in das Hamburger Herz moderner Mobilitätsbereitschaft. Dies lasse sich gut an den ersten Erfahrungen mit IKEA in Altona erkennen, betonte Bezirksamtsleiterin Liane Melzer. Altonaer nutzen weit überwiegend das Angebot mit Rad, per Pedes und ÖPNV zu kommen. Eigene PKWs werden zum Erstaunen vieler Verkehrspolitiker bislang kaum genutzt – lieber lasse man sich Waren bringen.

Der Bezirk Altona von Rissen über Lurup bis in die Altstadt ist auch nach einem Vergleich der Hamburger Verkehrsbehörde der fahrradfreundlichste Bezirk Hamburgs und bietet bereits deshalb gute Voraussetzungen für einen starken ÖPNV-Anteil. Melzer kündigte unlängst an, stärker als bislang in den Ausbau von Radwegen in dem 260.000-Einwohner zählenden Bezirk investieren zu wollen. Könnte das Geschäftsgebiet von Car2Go bald über Osdorf bis nach Blankenese erweitert werden? Bislang können die Flottenfahrzeuge nur bis Groß Flottbek abgestellt werden. Car2Go-Manager Andreas Leo zeigt sich auf Anfrage zuversichtlich. Das stehe „ganz oben auf der Liste“ berichtet Leo unserer Zeitung. 90.000 Kunden und 700 Fahrzeuge hat Car2Go übrigens in Gesamt-Hamburg und seit Anfang 2014 sind mit ‚Car2Go-Black‘ auch 100 Mercedes B-Klasse-Modelle unterwegs, die allerdings von Station zu Station fahren müssen. Eine davon ist nun der „switchh“-Point am Bahnhof Altona.Switchh-Station-PaulNevermannPlatzAltona

Wettbewerb im Car-und Bike-Sharing wird umfangreicher – Mehr Radstationen

Wem dieses KfZ-Angebot noch nicht hilft, der kann mit einem größeren Fahrzeug auch das Angebot von Europcar an der Switchh-Station annehmen. Wenige Meter weiter lauert am Bahnhof Altona schon die „Konkurrenz“. Der BMW-Ableger „DriveNow“ funktioniert mit Minis und BMW-1er Modellen an der Sixt-Station gegenüber dem ZOB in Altona ähnlich, wie das Daimler-Angebot Car2Go. Mieten kann man Fahrzeuge darüber hinaus auch bei Carsharing-Urgestein „Cambio“ oder auch beim Deutsche Bahn-Anbieter „Flinkster“ in der Nähe. Wettbewerb im Carsharing-Markt gibt also schon. Das integrierte „switchh“-Konzept der Hamburger ÖPNV-Betriebe werde nach zwei Jahren Pilotphase ab Mitte 2015 ausgeschrieben, berichtet Hochbahn-Sprecher Kreienbaum auf Rückfrage. Bis dahin werde man intensiv auswerten, welche Angebote wie stark genutzt wurden.

In Zukunft soll es noch mehr Anreize geben, flexibel auf Mobilitätsbedürfnisse von Anwohnern zu reagieren. Unlängst kündigte der Hamburger Senat nach einem Jahr Stillstand den Ausbau der Radausleihstationen von StadtRadHamburg, einer Kooperation mit der Deutschen Bahn AG, für 2015 an. In Othmarschen und Bahrenfeld soll es dann auch Stationen geben. Am „switchh“-Point in Altona ist bereits eine und zudem nun auch für zwölf eigene Drahtesel ein neuer „B+R“-Käfig. Bike + Ride statt Park + Ride.

Wer jetzt mit seinem HVV-Abo ’switchen‘ will, zahlt 10 Euro extra pro Monat und erhält damit 60 Freiminuten zur Car2Go-Nutzung sowie 20 Euro Rabatt auf jede Europcar-Anmietung. Für „Car2Go-Black“ wird in dem Rahmen pro Monat eine Bonusstunde gutgeschrieben.

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