Hamburg / Altona / Ottensen. Die Bürgerinitiative Pro Wohnen Ottensen hat ein neues Bürgerbegehren in Altona zur Bebauung des Zeiseparkplatzes angemeldet und veranstaltet am Sonntag, 16. November, eine Podiumsdiskussion in der Ottenser Fabrik.

Hintergrund des Begehrens sind Pläne, das Grundstück zur Ansiedlung der weltgrößten Werbeagentur WPP zu verwenden, statt ursprüngliche Pläne für Wohnungsbau zu realisieren. Die Ini erhofft sich nach Angaben, die Pläne mit dem Bürgerbegehren noch stoppen zu können, obwohl die KfB (Kommission für Bodenordnung) nach Protesten einem Verkauf des städtischen Grundstückes bereits zugestimmt hatte (wir berichteten). Zwei Bauvoranfragen – eine zur Erstellung der Baugrube und der Tiefgarage, eine generelle zu Bebauung des Grundstückes mit Gewerbe, wurden vom Bezirksamt Altona positiv beschieden. Am Mittwoch bestätigte das Bezirksamt nach Informationen von ALTONA.INFO dennoch die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens. Zuletzt hatte in Altona auch ein Bürgerentscheid stattgefunden, der die Verbindlichkeit von Bürgerentscheiden auch für Senat und Bürgerschaft einforderte.

 

Finanzsenator Peter Tschentscher. Foto: FDP / Gerhold Hinrichs-Henkensiefken
Finanzsenator Peter Tschentscher. Foto: Gerhold Hinrichs-Henkensiefken

Die Ini, die trotz Entscheidungen ihren Protest bis zur Bürgerschaftswahl fortführen will, kaufte bereits Plakatflächen direkt vor dem Grundstück des Zeiseparkplatzes. Nun laden die Aktivisten zusammen mit anderen Altonaer Initiativen zur Podiumsdiskussion in die Fabrik. Das Thema: “Wirtschaftsinteressen oder Bürgerbegehren – wer baut diese Stadt? – Zukunftsstrategien für die Entwicklung Hamburgs.” Unter diesem Motto diskutieren am 16. November:

– Dr. Peter Tschentscher (Finanzsenator)
– Dr. Reinhold Gütter (Dezernatsleiter für Wirtschaft, Bauen und Umwelt im Bezirk Altona)
– Murat Karakus (türkischer Dolmetscher und Unternehmer)
– Tobias Trapp (Kolbenhof e.V.)
– Hauke Sann (Pro Wohnen Ottensen)
– Sacha Essayie von fux eG (Frappant + Lux & Consorten)
– Christoph Zeuch, (ALTONA.INFO)

Moderieren werde den Abend Annette Hillebrand, Journalistin und langjährige Direktorin der Akademie für Publizistik, Hamburg. Die Veranstaltung war nach Veranstalterangaben ursprünglich ohne Politik geplant. Am Freitag schlug die Finanzbehörde nach Angaben und auf Wunsch der Altonaer Politik die Teilnahme von Finanzsenator Peter Tschentscher vor. Die Podiumsdiskussion startet um 18:00 Uhr, ab 17:00 Uhr wollen sich Initiativen vorstellen.

Nachtrag vom 17. November: Wir stellen unsere Aufzeichnung der Podiumsdiskussion zur Verfügung. Es fehlen aus technischen Gründen leider die letzten drei Minuten.

6 KOMMENTARE / LESERBRIEFE

    • @ sie sollten sich, bevor sie so einen – mit Verlaub – „Quatsch“ schreiben, vorher einmal informieren (Grundstückspreise und -Bewertung sind ein differenziertes Metier, das sich nicht jedem Romantiker sofort erschließt!). Aber es ist ja viel einfacher „mit Dreck zu werfen“ es wird schon etwas hängen bleiben…..

      • Ja ist denn schon sechster Dezember?
        Sind wir alle bescheuert?

        Ich würde jederzeit ganz „differenziert“ zugreifen….der Altonaer Spar und Bauverein übrigens auch.
        Der durfte aber nicht..so wie viele andere, denn es gab ja keine Ausschreibung.

        Die haben bestimt alle keine Ahnung….also Rute wieder einpackenm, Sack zu…

    • Werter Sozialromantiker; wenn Liebe blind macht, müssen Sie im Bezug auf das Grundstück Beringstraße 0 /Friedensallee echt extrem verliebt sein. Andernfalls würden Ihre drei geschriebenen Zeilen anders aussehen.

      1. das Grundstück ist nicht Altlastenfrei (bei Interesse kann ich sie gerne darüber informieren), eventuell baureif (obwohl Sie mir dieses Wort bitte in diesem Zusammenhang erklären sollten).
      2. Es gibt einige Menschen, die einfach zu viel Geld haben und die bezahlen dann auch tatsächlich 10.000 Euro für 1qm. Jedoch nicht für Baugrund sondern für 1qm Wohnungseigentum.
      3. Der Unterschied zwischen Baugrund und Wohnfläche liegt einfach in der Menge in Ottensen. Wohnfläche könnte viel geschaffen werden (die geht nämlich in die Höhe), wenn es nicht Bebauungspläne geben würde ,die einen eine bestimmte Firsthöhe vorschreiben. Baugrund, die Erklärung liegt eigentlich schon im Wort „Grund“, ist in Ottensen nicht mehr vorhanden, ausser die kompletten Hinterhöfe würden verdichtet werden. Dieses wäre jedoch der endgültige Tot Ottensens; (nur eine kleine Randnotiz… wenn es sie überhaupt interessiert).
      4. Die Bodenrichtwerte für Qm-Preise in Hamburg (sowie auch in den anderen Bundesländern) werden durch unabhängige Gutachter festgelegt. Dieses können sie auf der Internetseite „http://www.geoportal-hamburg.de/boris/“, genauer ansehen und werden sich davon überzeugen lassen müssen, das 1 qm Baugrund Zeiseparkplatzes zu dem Zeitpunkt 31.12.2013 (bei dem Bau eines Geschäftshauses) – im Bereich der Beringstraße0 – 275 €/qm wert und im Bereich der Friedensallee 355 €/qm wert war.
      Bei dem Bau eines Wohnhauses würde der qm-Baugrund 1570 € kosten.
      5. Sie sollten sich doch bitte, wie sie Nikolaus auch schon ermahnt hat, bevor sie auf einer öffentl. Plattform ihre Ergüsse preisgeben, über das was sie abgeben, informieren…
      Der Bauausschuss, wie auch jeder andere Ausschuss der Bezirksversammlung, ist mit den gewählten Parteien bzw. mit den polit. Vertretern der gesamten gewählten Parteien die in die Bezirksversammlung gewählt worden sind, besetzt. Soll heissen es sitzen die Linken / AfD / SPD / Bündnis 90-die Grünen / CDU / selbst die FDP hat noch ein Mandat im Bauausschuss durch die SPD bekommen, in den Ausschüssen.

      • Nun ja…wir sind ja hier nicht an Schönfelders Stammtisch….

        Baureif:
        1.“….Ein Baugrundstück ist ein Grundstück, das gemäß den öffentlich-rechtlichen Vorschriften mit Gebäuden bebaut werden darf.“
        Im Gegensatz zu Industriebrachen die erst durch „Entwicklung“ in Wert gesetzt werden.
        Ja bitte..informieren sie mich….

        Ich bin überzeugt: das Grundstück könnte sich so oder so vor Interessenten kaum retten…

        2.Es gibt auch Menschen, die sich einen Ring durch die Nase ziehen.

        3.Das geplante Gebäude liegt mit 6 Stockwerken bereits an der absoluten Oberkante der hier üblichen Traufhöhe….und warum sind Wohngebäude plötzlich per se höher als Bürotürme?

        Dier Hinterhöfe wurden und werden bereits verdichtet, ohne das es die Politik jucken würde.
        Im Gegenteil…..die hemmungslose Nachverdichtung steht ganz oben auf der Scholz-Agenda.
        Fiese Projekte wie die Innenbebauung des Molkeblocks konnten nur durch entschlossenen Bürgerprotest verhindert werden.

        4.Der Bodenrichtwert hat nun wirklich so rein gar nichts mit den tatsächlich aufgerufenen Marktpreisen zu tun.

        Der festgesetzte Preis ist eine politische Entscheidung und würde beim üblichen Höchstgebotsverfahren in weitaus höheren Regionen liegen.
        Hier bestimmt die das Angebot bei weitem übersteigende Nachfrage den Preis und nicht der Michelkatalog.

        Im übrigen könnte die Stadt das Grundstück sogar kostenlos zur Verfügung stellen, wenn sie es nur wollte.
        Auch das Erbaurrecht könnte eine Option sein, die seinerzeit bei der Neuen Flora zur Anwendung kam.
        Übrigens damals auch ein „Parkplatz“

        Ich kaufe jedenfalls gerne 100 qm für 275 bzw 335 Euro pro qm vom Zeiseparkplatz für den offenkundigen Schrott…

        5. Echt?….das ist wirklich generös!

        Leider hat Herr Jarowy gegen das Mauschelkartell keinen müden Stich in der Hand.
        Das im übrigen wie immer dafür gesorgt hat das alles schön vertraulich hinter verschlossenen Türen ausgekungelt wird….
        Was Herr Jarowy von diesem „demokratisch legitimierten“ Gremium hält kann man im übrigen auf seinen Webseiten nachlesen.
        Nicht jeder mag Placebos…

  1. Wie kann es sein, dass Dr. Peter Tschentscher (Finanzsenator) gestern auf dem Podium in der Fabrik unwidersprochen behaupten konnte, die Stadt Hamburg habe das Grundstück für weniger Geld, angeblich 3 Millionen Euro, an den Investor Procom für den Bau eines Bürogebäudes verkauft und damit auf Mehreinnahmen in Höhe von minderstens 2 Millionen Euro für den Verkauf für den Bau von 80 Wohnungen auf dem Gelände des Zeiseparkplatzes verkauft, wo in Presseberichten* von über 6 Millionen Euro die Rede ist, trotz des verkaufs für einen Bürobau?

    tschüss
    Joachim Petrick

Antwort hinterlassen