Hamburg. Mit einem „Start schon in zwei Jahren“ wird es diesmal nichts. Bis die U-Bahn in Lurup und Osdorf ankommen soll, vergehen zudem noch geschätzte 25 Jahre, eine Schuldenbremse und mehrere Legislaturperioden. Dennoch habe der Senat jetzt wieder beschlossen, Planungen zu intensivieren, die bereits im April vor den Bezirkswahlen Thema einer Präsentation waren.

Die U-Bahn könnte bald ankommen. Auf diesem alten SPD-Wahlplakat von 1974 hieß es damals: "Start schon in zwei Jahren."
Die U-Bahn könnte bald ankommen. Auf diesem alten SPD-Wahlplakat von 1974 hieß es damals: „Start schon in zwei Jahren.“

Die seitdem weiterentwickelten Pläne verkündeten Bürgermeister Scholz, Verkehrssenator Horch und Hochbahnchef Elste nun zwei Monate vor der Bürgerschaftswahl, während sich die Opposition bekanntlich für ein Straßenbahnsystem in Hamburg stark macht.

Zu dem Milliarden-Versprechen für die neue U-Bahn-Linie 5, die mal die U4 sein sollte, liegen bislang  Untersuchungen, keine belastbaren Zahlenwerke vor. Die „Machbarkeit“ solle bis Ende 2016 untersucht werden, geht aus den gereichten Presseunterlagen (PDF) hervor. Hinsichtlich der Realisierbarkeit führt der Senat darin Gründe wie, „leichtere Durchsetzbarkeit aufgrund geringer dauerhafter Flächenbedarfe“ oder „nur punktuelle bauzeitliche Beeinträchtigungen“ durch das sogenannte Schildvortriebsverfahren auf. Die von der Verwaltung und dem Hamburger U-Bahn-Betreiber Hochbahn vorgetragenen „Vorteile“ sind direkt an gegenläufigen Forderungen nach einer Wiedereinführung eines Straßenbahnsystems in Hamburg ausgerichtet.

U5: Nördliche oder südliche Streckenführung nach Osdorf?

Ergebnis

Zwei Streckenführungen würden jetzt noch untersucht: Die eine führt nördlich des Volksparks zum Osdorfer Born, die andere nimmt einen neuen Fernbahnhof Altona und die Trabrennbahn südlich auf. Eine frühere Variante durch Ottensen habe man verworfen, zumal es zu „Kannibalisierungeffekten“ mit der S-Bahn komme.

Am Rande des Spatenstichs zur Mitte Altona favorisierte Hochbahnchef Elste gegenüber ALTONA.INFO die südliche Variante mit der Möglichkeit der Anbindung des neuen Fernbahnhofes. Insbesondere Wohnungsbaupotentiale in der Mitte Altona und der Trabrennbahn sprechen dafür, dass hier auch viele Gäste befördert werden können. Störend gegen diese Planung könnten sich noch unterirdische Bauwerke in der Region auswirken, womit die Forschungsanlagen von Desy gemeint ist, deutete der Hochbahn-Chef bei der Pressekonferenz an. Bei einem Blick auf die Karte wird sichtbar, dass auf der Trasse der 2007 außer Betrieb gestellte Hera-Ringbeschleuniger von Desy verläuft.

U5-Trassenueberlegungen
Klick für Vergrößerung: Die am 25. November vorgestellten Varianten. Darstellung: FHH

Klar soll dagegen die bereits rot eingezeichnete Streckenführung, sowie ein Haltepunkt Siemersplatz, ein Haltepunkt am Eckhoffplatz in Lurup sowie am Osdorfer Born sein. Zwischen dem Haltepunkt Siemersplatz und Eckhoffplatz lägen bei der Nordvariante vier Stationen. In der Südvariante durch Eimsbüttel insgesamt sieben eingezeichnete Stationen. Einem schnelleren Streckenverlauf im Norden steht offenbar eine höhere Passagierzahl, da dichter bewohnte Gebiete, im Süden gegenüber. Interessant dürfte auch eine Kalkulation zur Anbindung eines neues Fernbahnhofes Altona ausfallen. Hier hatte sich die Altonaer Kommunalpolitik bereits eine Anbindung der U-Bahn gewünscht. Laut Verkehrsbehörde und Hochbahn sei die Erschließung hier jedoch bereits ausreichend über die S-Bahn vorhanden.

Bis spätestens Ende 2016 will der Senat mit der Variantenprüfung durch sein. Man müsse heute mit den Planungsabläufen beginnen, wenn es in den Dreißigerjahren soweit sein soll, betonte Scholz bei der Vorstellung. Bis es dann am Osdorfer Born heißt: „Zurückbleiben, bitte“ wird sich auch das Stadtbild von Altona massiv gewandelt haben.

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