Hamburg / Altona / Ottensen. Die Bürgerinitiative Pro Wohnen Ottensen hat am Freitag nach eigenen Angaben 2.369 Unterschriften für ihr Bürgerbegehren abgegeben. Dies bestätigte auch das Bezirksamt Altona gegenüber ALTONA.INFO. Hintergrund ist die Forderung auf dem Grundstück Wohnungsbau statt einem gewerblichen Bau zu errichten.

Mit dem Erreichen des sogenannten Drittelquorums (1/3 von 5.937 Unterschriften insgesamt) – sofern davon dann 1.979 gültig – dürfen Bezirksamt und Bezirksversammlung keine weiteren Verwaltungsakte bzw. Entscheidungen treffen, die dem Ziel des Begehrens entgegen stünden.  Die abgegeben Unterschriften werden jetzt vom Amt geprüft, was etwa zehn Tage in Anspruch nehmen werde, so BA-Sprecher Martin Roehl gegenüber unserer Zeitung.

Die Frage des Begehrens, für das weitere Unterschriften gesammelt werden ist: „Sind Sie für den Bau von Wohnungen auf dem Parkplatz der Zeisehallen (Ecke Friedensallee/Behringstraße) und für eine entsprechende Änderung des Bebauungsplanes Ottensen 49, d.h. für eine Ausweisung des Parkplatzes als allgemeines Wohngebiet?“

Die Initiative, die erst vor kurzem eine Podiumsdiskussion mit Finanzsenator Tschentscher in der Fabrik abhielt (wir berichteten), kündigte anlässlich der Übergabe juristische Schritte gegen beteiligte Ämter an. „Pro Wohnen Ottensen will eine Neuausschreibung des Bauprojektes erreichen und die bisher eingeleiteten Verfahrens- und Genehmigungsschritte auch juristisch anfechten“, heißt es in einer Pressemitteilung. Wer die Initiative dabei vertritt ist unklar.

Das Bezirksamt Altona hatte den Bauherren bereits zwei Bauvoranfragen positiv beantwortet. Unklar ist hier, wie weitläufig die zum Zeitpunkt der Bauvoranfrage eingereichten Unterlagen des Bauherren waren. Einerseits wurde grundsätzlich abgefragt, ob ein gewerblicher Bau auf dem Grundstück möglich ist, andererseits umfangreich für den Beginn der Tiefbauarbeiten zur Errichtung eines Parkhauses gefragt, die offenbar gerade beginnen sollten, zumal am Freitag auch bauvorbereitende Maßnahmen getroffen wurden. Am 2. Oktober entschied die Kommission für Bodenordnung über den Verkauf des städtischen Grundstückes.

Die Initiative fordert jetzt etwa einen sofortigen Stopp der Bautätigkeiten und die Rücknahme des Grundstücksverkaufs an Procom Invest und Quantum, den Bauherren, die nach eigenen Angaben einen 15-jährigen Mietvertrag mit dem Werbekonzern WPP geschlossen haben. „Wir möchten den geplanten großflächigen Bürokomplex Zeise 2 verhindern. Die Ansiedlung einer derartigen Größenordnung von gewerblicher Monokultur mitten im zentralen Wohngebiet zerstört das sensible Gleichgewicht zwischen Wohnen und Arbeiten im Ortskern und ist bei dem hohen Leerstand bestehender Büros in Ottensen nicht notwendig“, so die Initiative in einer Mitteilung.

 

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