Der Bezirk hat Holmbrook als Folgeunterkunft für Flüchtlinge vorgeschlagen, der Senat in seiner Lenkungsgruppe entschieden, die Fläche vorzusehen und aus Zeitgründen das Ordnungsgesetz anzuwenden. Wo liegt das Problem?

Formal wird der Bezirk umgangen. Richtig ist, kein Bauausschuss muss tagen, das Amt bemühen und das alles wieder mit den Hamburger Oberbehörden koordinieren. Es wird Zeit gespart, die Bezirkspolitik fühlt sich in diesem Punkt umgangen und hat Recht mit einer Kritik.

Vielleicht liegt es am Bürgerschaftswahlkampf, dass dafür die „Aktuelle Stunde“ des kommunalpolitischen Plenums herhalten muss. In der Sache wurde dadurch nichts bewegt und die nächste „Aktuelle Stunde“ ist Ende Januar.

Formverfahren zu kritisieren, geht an konkreten Handlungsbedürfnissen vorbei, bei denen sich doch gerade Altona hervortut. Deshalb ist es gut, dass zur späteren Stunde auch noch Maßnahmen zur konkreten Unterstützung für ehrenamtlich Tätige auf der Tagesordnung der Bezirksversammlung standen.

Anwohner aus dem Umfeld denken nach vorne. Unsere Redaktion erreichte eine erste Spendenanfrage: „Ich las Ihren Artikel über den Bau der Container für Flüchtlinge. Hoffentlich wird das etwas, da wir ja in unserem Bezirk noch nicht viel für die Flüchtlinge getan haben. Wir haben viele warme Sachen. Könnten Sie mir bitte sagen, ob es eine Anlaufstelle zur Abgabe von Kleidung in Altona gibt?“, fragt eine Anwohnerin.

Wir geben das jetzt an die Bezirksversammlung weiter, die jüngst einen Flüchtlingsbeirat gründete. Die Altonaer Bezirksamtsleiterin bedankt sich bei jeder Gelegenheit, wenn Altonaer– wie gerade die Luthergemeinde in Bahrenfeld – vorbildliche ehrenamtliche Arbeit leisten, um zu helfen. Es wäre wünschenswert, wenn nun gerade auch in den Elbvororten ein deutliches Willkommenssignal gesetzt würde.

2 KOMMENTARE / LESERBRIEFE

  1. Ich freue mich auf die Flüchtlinge in der Nachbarschaft. Ich bin auch bereit mich im Rahmen eines Teams um einige Dinge mit zu kümmern, wie die Einführung in den Stadtteil. Wir die hier leben können das Meiste ja schnell zeigen. Also Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten, den Strand zum sich erholen und eben Dinge erklären wo man auch günstig Dinge bekommt, die man braucht. Es kann nciht alles geschenkt werden, was die Menschen brauchen, denn wir wissen das ja zT auch gar nicht. Wenn die Landsleute der Menschen, die hier ankommen auch ein bisschen mithelfen, können sicher sinnvolle Teams entstehen, die sich um Informationsweitergabe kümmern – und um Übersetzung. Ich glaube, wenn man erstmal hier ankommt und in so einem Container oder ähnlichem lebt, will man vor allem Informationen haben, darüber, wie ein Leben aussehen und funktionieren kann in diesen Umständen. Da würde ich gerne helfen: Deutschland – Othmarschen/Ottensen für Menschen, die das alles nicht so kennen erklären/zeigen und sich gegenseitig eben auch kennen lernen. Da transportiert man auch ganz viel allein durch den Kontakt. Es darf halt nicht sein, dass die Menschen sich abgelehnt fühlen, dann geht es alles viel schwerer voran und sie sind unglücklich, Hier in Othmarschen muss niemand unglücklich sein, weil ein paar Flüchtlingsunterkünfte aufgstellt werden. Ich meinde das belebt sogar das Viertel, es ist recht homogen und überaltert hier. Mal sehen, ich bin gespannt wie viel Hilfsbereitschaft sich hier zeigt! Ich kann mir vorstellen es gibt auch hier viele MitstreiterInnen für eine gute Aufnahme der Flüchtlinge.

  2. Warum gleich das Kind mit dem Bade ausschütten? „Hoffentlich wird das etwas, da wir ja in unserem Bezirk noch nicht viel für die Flüchtlinge getan haben.“ Der Luthercampus und der Runde Tisch Blankenese sind beide im Bezirk Altona, einer nun wirklich in den Elbvororten tätig.

    Kein Grund, nicht noch viel mehr zu tun, aber auch kein Grund, so zu tun, als würde nichts getan.

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