Hamburg / Altona. Die Verträge zum Grundstückskauf des jetzigen Bahnhofsgeländes durch die FHH über etwa 13ha sind notariell beurkundet. Anlässlich eines Verkündungstermins präsentierten der amtierende Bürgermeister Olaf Scholz und aktuelle Bahnchef Rüdiger Grube das zentrale Vertragswerk für den Bahnhofsumzug 2023. Zuletzt fand ein Spatenstich zur „Mitte Altona“ statt (wir berichteten ausführlich).

Grube sprach von einem betriebswirtschaftlichen Aufwand von 360 Millionen Euro, die der Staatskonzern an der Stelle investieren wolle. Der alte Altonaer Bahnhof sei ein Nadelöhr, das jetzt beseitigt werde. So soll auch der Hamburger Hauptbahnhof entlastet werden, aber insbesondere Pünktlichkeit und Betriebsabläufe der Bahn verbessert werden.

Die Bahn AG hatte im September selbst Pläne für den neuen Bahnhof Altona im kommunalen Planungsausschuss vorgestellt, die parteiübergreifend verspottet wurden („Hundehütte“) und bereits einen Aufforderungsbeschluss der Altonaer Bezirksversammlung für eine passende Architektur zur Folge hatten. Mit Blick auf den neuen Fernbahnhof erwähnte Grube „viele Bedenkenträger, die glauben, dass Diebsteich nicht ein schöner Bahnhof wird“ und formulierte dann: „Wir bauen grundsätzlich keinen Murks, sondern das wird ein schöner, moderner Bahnhof mit sechs Fernverkehrsgleisen und zwei S-Bahn-Gleisen.“

Erst nach dem erfolgten Bahnhofsumzug im Jahr 2023, so der Bürgermeister, könne dann der Wohnungsbau auf dem größeren zweiten Abschnitt starten. Bis zu 2.000 Wohnungen sollen hier neben dem großen Park errichtet werden. Zum Abschluss der Präsentation der notariellen Verträge vom 18. Dezember waren sich die Vertreter von Stadt und Bahn nicht einig: Grube: „Für Hamburg ist das ein echtes Weihnachtsgeschenk.“ Scholz: „Na, wir haben dafür schon ein bisschen bezahlt.“

Rückfragen waren bei dem Pressetermin nicht zugelassen. Wie viel Mittel die Stadt nun konkret neben dem angegebenen Kaufpreis für das Grundstück investiert, ist unklar. Zuletzt war abseits des Grunderwerbs von erheblichen Erschließungskosten (100 Mio. Euro?) für den neuen Standort Diebsteich die Rede. Eine Nachfrage zu einem entsprechenden NDR-Bericht führte zu keiner Antwort der Stadtentwicklungsbehörde.

Wie bereits berichtet, sind der FHH bereits seit Mitte 2013 Ergebnisse der Untersuchungen der Bahn zur Verlegung bekannt, wie unserer Redaktion vorliegende Dokumente zum Bahnhofsumzug zeigen. Im Sommer 2014 verkündete die FHH selbst eine Einigung mit der DB AG über einen Kaufpreis, für die es zu dem Zeitpunkt keine schriftlichen Verträge gab. Eine Kopie des Kaufvertrages haben wir beim Senat angefragt.

Weitere Infos: Audiomitschnitt der Präsentation

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