Hamburg / Altona / Ottensen. In der Nacht zum Sonntag wurde auf das Verlagsgebäude der Hamburger Morgenpost (Mopo) ein Brandanschlag verübt. Durch ein eingeworfenes Fenster wurde ein sog. Molotow-Cocktail geworfen. Es verbrannten Archivausgaben. Der Brand wurde der Feuerwehr gegen 2:22 Uhr gemeldet und konnte schnell gelöscht werden. Personen kamen nicht zu schaden.

HamburgerMorgenpost-InnensenatorNeumannPolizei
Innensenator Neumann verschaffte sich bei der Hamburger Morgenpost vor Ort einen Überblick über die Lage.

Am Bahnhof Altona nahm die Polizei, die bereits durch die jüngsten Mordanschläge radikaler Islamisten auf die Redaktion der Satirezeitung „Charlie Hebdo“ alarmiert war, zwei verdächtige Männer (35, 39) fest. Unklar ist, ob diese an der Tat beteiligt waren sowie der Hintergrund. Bürgermeister Olaf Scholz und Innensenator Neumann statteten der Hamburger Morgenpost nach am Sonntagmittag in Begleitung der Polizei einen Besuch ab.

Scholz: „Presse- und Meinungsfreiheit gehören zum Fundament, auf dem die Demokratie ruht. Jeder Angriff auf diese Freiheiten ist in seiner Wirkung und unabhängig von fragwürdigen Motiven ein Angriff auf die Demokratie. Unsere Unterstützung und Solidarität gilt den Beschäftigten der „Hamburger Morgenpost“. Sie gilt auch allen anderen, die sich in Medienhäusern und Redaktionen in Hamburg und über Hamburg hinaus täglich dafür einsetzen, dass sich der demokratische Diskurs frei entfalten kann. Eine demokratische Gesellschaft ohne das journalistisch vermittelte Gespräch über politische und gesellschaftliche Fragen der Zeit ist nicht vorstellbar.“

 

Zeugenaufruf der Polizei

Die Polizei sucht nun Zeugen, die beobachtet haben, wer in der vergangenen Nacht mehrere Steine und einen Brandsatz auf das Verlagshaus einer Hamburger Tageszeitung geworfen haben könnte. Die Staatsschutzabteilung des Landeskriminalamtes (LKA 7) habe Ermittlungen übernommen.

Der Polizeibericht im Original: “Die Täter begaben sich in den Innenhof des Verlagshauses und warfen hier mehrere Steine und mindestens einen Brandsatz durch die Fenster zu einem Aktenlager im Keller. Mehrere Akten gerieten dabei in Brand. Ein weiteres Ausdehnen des Feuers auf weitere Räume konnte durch die schnellen Löscharbeiten der Feuerwehr verhindert werden.

Eine Sofortfahndung mit diversen Funkstreifenwagen führte am Bahnhof Bahrenfeld zur Feststellung von zwei Personen. Als diese die Polizisten bemerkten, liefen sie davon und bestiegen eine S-Bahn. Im Bahnhof Altona konnten die Tatverdächtigen, zwei 35 und 39 Jahre alte Männer, noch in der Bahn vorläufig festgenommen und anschließend dem PK 25 zugeführt werden. Ob und inwieweit sie mit der Brandstiftung im Zusammenhang stehen, wird derzeit von den Ermittlern des LKA 7 untersucht.

Über die Hintergründe der Tat können noch keine Aussagen getroffen werden. Beweismittel wurden sichergestellt. Die Ermittlungen dauern an.”

Nach weiterer Auskunft der Polizei können in Gewahrsam genommene Personen maximal 24 Stunden festgehalten werden. Zeugenhinweise erbittet die Polizei telefonisch an die Verbindungsstelle des LKA unter Rufnummer 040-4286-56789.

Tatzeit: 11.01.2015, 02:22 Uhr
Tatort: Hamburg-Ottensen, Griegstraße

Tatort-Mopo

 

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