Fahrradgroßkontrolle mit 57 Rotlichtverstößen

Hamburg / Altona. Die Bilanz einer Fahrradgroßkontrolle im Hamburger Stadtgebiet ist ernüchternd ausgefallen. 186 Verstöße insgesamt registrierten die Beamten, davon 57 Rotlichtverstöße. Die Kontrolle erfolgte am 24.02. von 8-15:00 Uhr.

Die Fahrradstaffel der Polizei Hamburg führte an drei Orten Fahrradkontrollen durch. Dabei achteten die Beamten vor allem auf das Befahren der falschen Radwegseite, des Gehweges und auf Rotlichtverstöße. Innerhalb der Kontrollzeit stellten die Einsatzkräfte insgesamt 186 Radfahrverstöße fest:

  • 57 Radfahrer missachteten das Rotlicht
  • 85 Radfahrer fuhren auf der falschen Radwegseite
  • 40 Radfahrer fuhren auf dem Gehweg
  • zwei Radfahrer telefonierten während der Fahrt
  • zwei Radfahrern wurde aufgrund technischer Mängel die Weiterfahrt untersagt

Darüber hinaus seien 20 Pkw-Parkverstöße geahndet worden, so die Polizei Hamburg in ihrem Bericht. Ein Rotlichtverstoß mit dem Fahrrad wird mit einem Bußgeld in Höhe von 60 Euro, ein qualifizierter Rotlichtverstoß (mehr als eine Sekunde Rotlicht) mit einem Bußgeld von 100 Euro geahndet. Die Ergebnisse dieser Großkontrolle hätten insbesondere gezeigt, “dass sich viele Radfahrer nicht an die geltenden Rechtsvorschriften halten”, so die Polizei.  An den Kontrollstellen wurden die Maßnahmen durch Passanten und Anwohner begrüßt. Die betroffenen Radfahrer hätten sich vorwiegend einsichtig gezeigt. Die Fahrradstaffel der Polizei Hamburg werde zukünftig verstärkter Fahrradkontrollen durchführen, heißt es abschließend.

Zeit: 24.02.2015, 08:00 Uhr bis 15:00 Uhr
Orte: Hamburger Stadtgebiet, Fruchtallee/Doormannsweg, Edmund-Siemers-Allee, Bahrenfelder Straße/Gaußstraße

4 KOMMENTARE / LESERBRIEFE

  1. An der Kreuzung Fruchtallee/Doormannsweg beträgt die Grünphase für Radfahrer und Fußgänger genau 6 Sekunden. Wenn ich mit dem Rad von Altona nach Eimsbüttel fahre, brauche ich 25 Minuten, davon sind im Durchschnitt 15 Minuten Wartezeiten an roten Ampeln. Vor meinem Fenster parkt seit Jahren immer wieder ein Auto auf dem Radweg. Die Polizei hat das, trotz vieler Anrufe entweder garnicht interessiert, oder er wurde höflich darum gebeten, den Weg frei zu machen, um ihn am nächsten Tag wieder zu blockieren. Solange die Polizei aus angeblichem Personalmangel ihren ureigensten Aufgaben nicht nachkommt und stattdessen lieber 3000 Beamte gegen 2000 Demonstranten einsetzt, die danach alle Überstunden abgleichen müssen, wird sich das auch nicht ändern.
    Ich ärgere mich auch oft über Radfahrer, aber öfter noch über Autofahrer, die z.B. bei Rot fahren, weil diese nicht nur sich selbst gefährden. Der Hauptgrund liegt aber m.E. darin, dass die Autopolitik als alternativlos angesehen wird und Hamburg noch nie ein sinnvolles und zeitgemäßes Verkehrskonzept hatte. Autos gehören einfach nicht in eine moderen Großstadt. Wenn der frei gewordene Platz den Radfahrern zur Verfügung stünde und sie gefahrlos die Straßen benützen könnten, gäbe es auch nicht so viele Verstöße. Die Luft- und Lebensqualität würde auch steigen und Kinder hätten wieder Platz zum Spielen auf den Nebenstraßen, weil diese nicht mehr zugeparkt wären. Ein Auto braucht 15 Mal so viel Fläche, wie ein Fußgänger und 11mal so viel wie ein Radfahrer. http://schrotundkorn.de/lebenumwelt/lesen/statt-auto.html#page:3

  2. Ist doch klar, dass das Verkehrsverhalten der Radfahrer mehr und mehr zu wünschen übrig lässt, wenn quasi nicht mehr kontrolliert, sondern nur die Bußgelder regelmäßig massiv erhöht werden. Bei den seltenen Kontrollen kommt es dann zu völlig unverhältnismäßigen Strafen.
    Früher drohte einem der Udl mit dem Zeigefinger, wenn man sich auf dem Fahrrad danebenbenahm. Telefonieren auf dem Fahrrad wurde gar nicht geahndet (das hatte aber andere Gründe ;-). Wegen andauernder Personalknappheit muss sich die Polizei jetzt auf Schwerpunktaktionen beschränken, die dann in der Lokalpresse aufgebauscht werden. Das sieht dann so aus, als wären die Kontrollen noch genauso wirksam wie früher. Das stimmt natürlich nicht – sie werden nur ungerechter.

Antwort hinterlassen