Hamburg / Altona. Die Deutsche Bahn AG stellte Anfang 2014 die bereits laufenden Modernisierungsarbeiten der Zwischenebene des Bahnhofs Altona vor, die täglich von über 90.000 Reisenden genutzt und besucht wird (wir berichteten). Ziel war nicht nur, das Zwischengeschoss großzügiger und kundenfreundlicher zu gestalten, sondern auch, notwendige Abdichtungen der schadhaften Deckenfugen nach über 30 Jahren vorzunehmen. Die Fertigstellung der Modernisierungsarbeiten im „Einkaufsbahnhof“ sollten laut Bahn AG Mitte 2015 beendet sein und 9,1 Mio. Euro kosten.

Im Januar erhielten wir einen Hinweis von Leserseite. Weshalb denn seit Wochen keinerlei Bauarbeiter auf der Baustelle zu sehen seien, wir sollten gerne nachfragen. Auf Anfrage beschwichtigte die DB AG: „Die Arbeiten werden, um die Beeinträchtigung der Reisenden durch Baulärm uns Schmutz auf ein Mindestmaß zu reduzieren, in einem komplett abgetrennten Baufeld durchgeführt. Aus diesem Grund ist das Ausmaß der ausgeführten Bautätigkeiten für Außenstehende nur schwer zu beurteilen. Derzeit werden dort z.B. Technik- und Estricharbeiten ausgeführt“, so eine DB-Sprecherin gegenüber ALTONA.INFO.

Richtig sei, dass es über die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel nur zu Arbeiten in geringem Umfang kam. Zu den immer wieder auftretenden Wasserschäden im Untergeschoss antwortete die DB: „Wir stehen im Kontakt mit Gebäudeeigentümer, Mietern, Behörden. Pfützen bilden sich bei heftigem Regen, da das Wasser die Schrägen herunter läuft.“ Kurzum: „Derzeit ist geplant, die Arbeiten im Sommer abzuschließen“, antwortete die Bahn. Wir verzichteten vorerst auf einen redaktionellen Beitrag.

Was ist los auf der Dauerbaustelle. Plakate loben mit schicken Bahnhofsbildern den "Einkaufsbahnhof" - hinter den Pappen ist offenbar etwas stillstand.
Was ist los auf der Baustelle? Plakate loben mit schicken Bahnhofsbildern den „Einkaufsbahnhof“ – hinter den Pappen ist offenbar etwas Stillstand.

Nun poppt das Thema in der Altonaer Politik auf. Als Beschlussvorlage der Bezirksversammlung Altona wurde nun gereicht, „erkennbare Fortschritte der Modernisierung in der Zwischenebene sind leider nicht zu verzeichnen, ein Blick hinter die Baufassade zeigt sogar, dass es nahezu immer noch so aussieht wie vor Beginn der Bauphase“, formuliert der Antrag. „Bürgerinnen und Bürger seien mit der Stockung der Sanierungen und den daraus für sie entstehenden Beeinträchtigungen, die im Rahmen der Bauarbeiten entstehen, sehr unzufrieden“, heißt es abschließend.

Nachfolgende Beschlüsse sollen gefasst werden:

  • Das Bezirksamt Altona wird nach § 19 BezVG gebeten, mit der Deutschen Bahn AG in Kontakt zu treten und sich dafür einzusetzen, dass die Fertigstellung im vorgesehenen Zeitplan einzuhalten ist.
  • Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation wird nach §27 BezVG aufgefordert, in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Altona mit der Deutschen Bahn AG in Kontakt zu treten und sich dafür einzusetzen, dass die Fertigstellung im vorgesehenen Zeitplan einzuhalten ist.
  • Der Verkehrsausschuss wird in regelmäßigen Abständen (quartalsweise) über den Stand der Arbeiten informiert.

Die offenbare Verzögerung ist nicht die erste ihrer Art bei Baumaßnahmen im Bahnhof Altona. Als es vor zwei Jahren zu einer Instandsetzung eines Fahrstuhls kommen sollte, verzögerten sich die Arbeiten mehrfach (wir berichteten). Am Ende begründete die DB AG den monatelangen Ausfall eines einzelnen Fahrstuhls damit, dass elektrische Schaltpläne für das Bauwerk nicht vorliegen und es in Ermangelung dieser Planungsunterlagen zu erheblichen Verzögerungen kam.

2 KOMMENTARE / LESERBRIEFE

  1. Bahnhof HH-Altona – Zwischenebene dreckig und ekelerregend

    Seit einem Jahr dauern die Umbauarbeiten im Bahnhof Altona, die lediglich im Schneckentempo voranzugehen scheinen, nun schon an – und sie werden wegen eingetretener Verzögerungen wohl noch mindestens bis zum Jahresende 2015 dauern.

    Zweimal täglich muss ich die unwegsame und permanent verdreckte Zwischenebene auf dem Weg von den Regional- und Fernbahnen zur S-Bahn bzw. umgekehrt durchqueren.

    Überall ist dort Taubenkot zu finden – und das, obwohl hinlänglich bekannt ist, wie gesundheitsschädlich die Exkremente der „Ratten der Lüfte“ sind. Außerdem wird immer wieder in die Gänge uriniert, oft genug sind auch größere tierische und / oder menschliche Exkremente vorzufinden. Vernünftig saubergemacht wird dort schon lange nicht mehr. Das ist einfach nur noch widerlich, ekelerregend und völlig inakzeptabel.

    Eine weitere Zumutung für die täglich mehreren Zehntausend zahlenden Bahnkunden sind auch die sich immer wieder auf der Zwischenebene versammelnden Gruppen von sich dissozial verhaltenden, vorwiegend männlichen Personen, die oftmals angetrunken sind sowie durch lautes Gegröle und Streitereien untereinander auffallen und dadurch wie auch durch Pöbeleien gegen Dritte die Reisenden belästigen. Es ist nicht nachvollziehbar, warum das von der Bahn bzw. den Sicherheitskräften geduldet wird.

    Ich habe wie viele andere Leidensgenossen auch von diesem ehedem geschichtsträchtigen, spätestens seit der Jahrtausendwende aber zunehmend heruntergekommenen Bahnhof regelrecht die Nase voll. Es ist höchste Eisenbahn, dass die DB ihr Augenmerk unverzüglich auch auf die Aspekte Sicherheit und Sauberkeit legt und die weitere Verwahrlosung stoppt. Ein derartiges Drecksloch, das sich paradoxerweise auch noch mit der Bahnhofskategorie „1“ schmücken darf, ist einer einst selbständigen Großstadt wie Altona und erst recht einer Millionenmetropole wie Hamburg absolut unwürdig.

  2. Welche Baustelle der DB AG wurde bisher pünktlich fertig. Der Umbau der Zwischenebene ist genauso überflüssig, wie die Verlegung des Fernbahnhofs Altona. Bürgerfeindlich und ohne die Betroffenen geplant, die jetzt nun schon seit fast 2 Jahren lange Wege durch zugige dunkle Gänge in Kauf nehmen müssen, um zu den S-Bahngleisen zu gelangen. Das Projekt entstand nur, weil die geldgierige Bahn mehr Mieten aus neuen Einzelhandelsflächen, die sowieso keiner braucht , pressen will.

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