Hamburg / Altona / Wedel. Initiativen befürchten, das überalterte Steinkohlekraftwerk in Wedel könnte um eine Laufzeit von zehn Jahren eine entsprechende Verlängerung erhalten. “Vattenfall und der Senat erwägen, das 50 (!) Jahre alte Kohle-Heizkraftwerk Wedel für eine weitere Laufzeit von zehn Jahren zu ertüchtigen und nicht zügig abzuschalten, wie sie es 2011 versprochen haben”, hieß es bei einer Protestaktion auf dem Hamburger Rathausmarkt.

Dies sei weder mit den Klimazielen Hamburgs noch mit dem Volksentscheid UNSER HAMBURG – UNSER NETZ, der eine klimafreundliche Energieversorgung aus Erneuerbaren Energien als verbindliches Ziel vorgibt, vereinbar, formulieren Verbände und Initiativen in einer Mitteilung.

Inmitten der Verhandlungen von Rot-Grün zur Bildung einer Regierungskoalition fordern die Initiativen: “Im Koalitionsvertrag soll festschreiben werden, dass eine Laufzeitverlängerung des Kohlekraftwerks Wedel keine Option ist. Raus-aus-der-Kohle ist eine politische Entscheidung, zu der sich der künftige Senat bekennen muss! Das Kohlekraftwerk Wedel soll noch in diesem Jahr abgeschaltet werden.“ Beteiligt an der Initiative sind der BUND Hamburg, der Hamburger Energietisch, KEBAP KulturEnergieBunker e.V., die BI Moorburgtrasse-stoppen und die BI Stopp! Kein Mega-Kraftwerk Wedel.

Die Befürchtungen zu einer möglichen Laufzeitverlängerung entnimmt der BUND nach Aussagen einer Sprecherin aus einer Abfrage der Hamburger Verwaltung. Hier sei, neben vier anderen Varianten auch diese Version angedacht worden. Aus dem politischen Umfeld der SPD ist zu hören, dass man sich zum Schicksal des Heizkraftwerkes in Wedel vor den Wahlen mit Blick auf seinerzeitige Entscheidungen zu Moorburg bislang nicht festlegen wollte. Neben der Möglichkeit zu einem fossilfreien Kraftwerksbetrieb in Wedel, könnte eine wahrscheinliche Variante auch sein, anstelle Steinkohle schlicht fossiles Erdgas zu verbrennen. Im Haferweg in Altona wurde zuletzt mit dem Bau eines solchen Heizkraftwerkes durch Vattenfall begonnen.

 

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