Flüchtlingskinder beim Besuch im HSV-Stadion. Solche Aktionen finden auch immer wieder mal statt. Foto: SPD Altona

Hamburg / Altona / Bahrenfeld. Große Freude für viele Hamburger Neuankömmlinge am Freitag bei dem Spiel HSV gegen Hertha BSC. Für die Flüchtlingskinder aus der Zentralen Erstaufname (ZEA) der ortsnahen Schnackenburgallee galt es mit den Profis in das Stadion einzulaufen. Bei dieser willkommenen Abwechslung stand das Ergebnis (0:1) deutlich im Hintergrund.

Bei dem Bundesligaspiel im Volkspark, dessen Arena auch bald wieder entsprechenden Namen trägt, war im Rahmen der bundesweiten Initiative von DFB und Bundesregierung „#StrichDurchVorurteile“ zu lokalen Aktionen aufgerufen worden.

Die Kinder konnten sich vor dem Anpfiff des Spiels im Innenraum des Stadions aufhalten und so hautnah erleben, wie sich die Spieler beider Mannschaften auf das wichtige Spiel vorbereiteten. Elf der Kinder durften anschließend an den Händen der Spieler ins Stadion einlaufen.

Die Altonaer SPD begleitete die Aktion mit ihrem Kreisvorsitzenden Mathias Petersen (MdHB) sowie  Bezirks-und Sportpolitiker Andreas Bernau. Er kommentierte: „Ich möchte mich beim HSV ganz herzlich für diese tolle Aktion bedanken. Die Kinder konnten so für eine kurze Zeit die schrecklichen Erlebnisse rund um ihre Flucht aus ihren Heimatländern vergessen und auf andere Gedanken kommen.“ Die SPD-Fraktion wolle sich noch viel stärker für eine Integration in der umfangreichen Altonaer Vereinswelt engagieren.


1300 Flüchtlinge an der Schnackenburgallee – Gebäude geplant

Aktuell sind an der Schnackenburgallee nach einem massiven Ausbau der Erstaufnahmekapazitäten von 2013 auf 2014 (Verdopplung, wir berichteten) zum Stichpunkt Ende Februar 1.266 Flüchtlinge untergebracht, berichtet die Innenbehörde auf Anfrage. Demnach sind derzeit 4.200 Personen hamburgweit in der ZEA (Ende Feb 2015), wovon 2014 die größten Teile aus Syrien (1.513) und Afghanistan (952) nach Hamburg kamen.
Nach Informationen von ALTONA.INFO gibt es derzeit – auch für den Standort Schnackenburgallee – Pläne zum qualitativen Ausbau der Einrichtungen und Umwandlung von Teilen der bisweilen in Zelten und Containern organisierten Unterbringung in feste Gebäude. Die FHH kommt insbesondere bei den Folgeeinrichtungen nicht hinterher, die Flüchtlingen eigentlich nach dem dreimonatigen Aufenthalt in der Erstaufnahme zustehen. Hier ist derzeit auch nicht Innenbehörde, sondern Sozialbehörde zuständig. Deren Senator Detlef Scheele kündigte kürzlich an, die FHH werde 2015 nach aktueller Planung 5.600 neue Plätze für Flüchtlinge an 31 Standorten in Hamburg schaffen.

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