“Refugees welcome”, der Slogan könnte bald auf Fahnen am Kasernengelände im Bloomkamp stehen. Wenn jemand nachvollziehen kann, welches häufig erst durch militärische Auseinandersetzung erzwungene Elend Menschen zur Flucht nötigt, dann sicher auch Mitarbeiter und Angehörige der Bundeswehr.

Vor einem halben Jahr hatte ich Gelegenheit, den Leiter der Führungsakademie, Generalmajor Achim Lidsba und Bundestagspräsident Norbert Lammert zum Thema zu befragen. Die Reaktion: Beide zeigten in der Frage eine grundsätzliche Bereitschaft auf.

Ein Gespräch zwischen dem Ersten Bürgermeister Olaf Scholz und Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Frage, wie stark sich die Bundeswehr auch zur Flüchtlingsfrage im Inland engagieren werde, soll es gegeben haben. Nun wurde bekannt, dass die Bundeswehr mit der Überlassung eines Teilgrundstückes die Ansiedlung von Unterkünften ermöglicht. Eine politisch bedeutsame und – kennt man die eher trägen Mühlen der Apparate – gar progressive Entscheidung.

Im kommunalpolitischen Raum von Altona wurde immer wieder gefordert, die Bundeswehrkasernen mögen sich hier engagieren. Die Entscheidung der Bundeswehr, nun mit Bürgerinnen und Bürgern diese zivile Herausforderung anzugehen, ist ein guter Schritt in Richtung Öffnung der Bundeswehr für die Gesellschaft.

3 KOMMENTARE / LESERBRIEFE

  1. Ich darf hierzu hinterlassen, dass das mutwillige Ignorieren, Schoenreden und Herunterspielen (Einzelfälle…) von grundlegenden und akuten Problemen grundsätzlich unangebracht ist. Jemandem Respekt entegenenzubringen, der selbst die Spielregeln der Gesellschaft, die ihn dankenswerterweise aufgenommen hat, nicht respektiert ist unangebracht.

    Nebenbei – aber dennoch ganz interessant – ist auch der sicherlich unbewusste sexistische Unterton der permanenten Beschoenigung von schweren Straftaten dieser Personengruppe. Rund 99% der hochagressiven, straffaelligen Migranten sind junge Maenner mit – kulturell bedingt – nicht vorhandenem Respekt vor Frauen. Sicherlich ist das Bedrohungspotential auf der Strasse fuer Maenner deutlich geringer als fuer Frauen. Schoen zu wissen, dass mache Maenner ‚die paar Straftaten‘ nicht so eng sehen.

    Noch wurde immerhin niemand mit dem Messer totgestochen. Oh, Moment, ich vergass…

    Die Polizei beschrieb die Situation kuerzlich ein einigen Zusammenhaengen woertlich als „ausser Kontrolle“ und es gibt offenbar interne Dienstanweisungen bei Streit (was fuer ein harmloses Wort) in bestimmten Unterkuenften nie mit weniger als drei Funkstreifen ausureucken – zum Eigenschutz und zum Schutz der anderen Fluechtlinge und der Nachbarn.

    All diese Probleme als Einzelfaelle schoenzuschreiben ist ideologisch verbohrt und schlicht verantwortungslos.

    Es wird Zeit, dass die bestehende weltfremde UMF-Regelung gekippt und ein Bundeslaenderschluesel eingefuehrt wird. Dann erst wird sich die Situation moeglicherweise in Hamburg entspannen.

  2. Und wenn man sieht welches hochagressive und kriminelle Verhalten leider viele der – insbesondere minderjaehrigen – Migranten in Hamburg und sonstwo an den Tag legen…

    http://www.spiegel.tv/filme/minderjaehrige-unbegleitete-fluechtlinge/

    …dann kann es ja auch nicht schaden wenn die Bundeswehr gleich nebenan bleibt. Gottseidank wird die bald umzusetzende Gesetzesaenderung Hamburg spuerbar entlasten, was die Verteilun der ‚UMF‘ angeht.

    • Ihren Kommentar haben wir freigeschaltet, um uns nicht dem Vorwurf einer Zensur auszusetzen.

      Ich darf hierzu hinterlassen, dass das Schließen von Einzelfällen auf große Gruppen, eine pauschale Kriminalisierung, wie hier postuliert, grundsätzlich unangebracht ist. Das Gegenteil ist richtig.

      Sicher wissen Sie, dass die Bundeswehr keinen Inlandsauftrag hat. Wird in solchen Zusammenhängen dennoch eine Art “Schutzauftrag” gefordert, sollten Behörden und Bundeswehr umso deutlicher machen, welches zivilgesellschaftliche Engagement hier offenbar notwendig ist.

      Es ist schlimm genug, dass ganze junge Generationen in ihren Heimatländern aus unterschiedlichen Gründen schwer traumatisiert sind. Gerade jugendliche Flüchtlinge haben deshalb umso mehr Respekt und Hilfe nötig.

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