So soll die Anlage aussehen, wenn sie im Sommer 2015 eröffnet wird. Visualisierung: HPA / rhw-Architekten Hamburg

Nach dem Geld aus Brüssel folgt auch ein Zuschuss vom Bund für die Landstromanlage in Altona. 3,7 Mio. Euro werde aus entsprechenden Mitteln fließen, damit eines von mehreren Kreuzfahrtterminals in Hamburg Energie von Landseite liefert. Mit erdgasbefeuerten Minikraftwerken (Power-Barge) soll von Wasserseite derweil die Stromversorgung von touristischen Schiffen an anderen Stellen im Hafen organisiert werden.

Doch es bleibt noch víel zu tun, um die Luftverschmutzung durch Schiffe in Hamburg zu verbessern. Einige Kreuzfahrtschiffe stellen offenbar Motoren selbst dann nicht ab, wenn sie per Landstrom angeschlossen sind und benötigen Energie auch weiterhin, etwa für ihre Heizsysteme. Zudem würden bei der Anfahrt viele Emissionen frei und Motoren bereits hinter dem Elbvorort Wedel mit stärker schwefelhaltigem Brennstoff befeuert. West-Wind trage diese Abgase dann wieder nach Hamburg.

Der neue Umweltsenator Jens Kerstan freut sich über das Geld aus Berlin: „Die Anlage in Altona ist eine wichtiger Baustein, um konkrete Verbesserungen für die Hamburger Luftqualität zu erreichen. Mit Landstrom wollen wir eine der Hauptquellen für Luftschadstoffe Rußpartikel, Stickoxide oder Schwefeldioxide im Hafen minimieren. Und gerade für einen Hafen in Innenstadtnähe gilt, die Schiffsmotoren am Kai nicht länger laufen zu lassen. Aber es gilt auch: dies ist erst der Anfang für eine saubere Energieversorgung am Kai.“

Die Landstromanlage in Altona ist Teil des Gesamtkonzepts zur alternativen Energieversorgung von Kreuzfahrtschiffen im Hamburger Hafen. Vor dem Hintergrund steigender Schiffsanlaufzahlen hatten Senat und Bürgerschaft in der vergangenen Legislaturperiode die Hamburg Port Authority (HPA) mit dem Bau einer Landstromanlage am Kreuzfahrtterminal Altona und der Infrastruktur für die landseitige Stromversorgung von Kreuzfahrtschiffen durch eine LNG Power Barge am Terminal HafenCity beauftragt und hierfür 8,85 Mio. Euro bereitgestellt. Neben der Förderung durch den Bund fließen auch 3,5 Mio. Euro von der Europäischen Union. Für Sommer 2015 ist die Fertigstellung vorgesehen, Richtfest war 2014.

Dossier „Landstrom“

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