Nach Freigabe entsprechender Mittel durch das Bundesministerium für Verbraucherschutz, wird auch in Hamburg die Arbeitsgruppe “Finanzmarktwächter” gebildet. Den Anbietern von Finanzprodukten soll nun besser auf die Finger geschaut werden, heißt es in der Mitteilung.

Bundesminister Maas und Senatorin Prüfer-Storcks informieren sich dazu bei einem Orttermin in der Verbraucherzentrale Hamburg. Der Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher auf den Finanzmärkten sei somit durch eine neue verbraucherorientierte Marktbeobachtung ergänzt worden. Die Verbraucherzentrale Hamburg e.V. (VzHH) nimmt dafür als eine von bundesweit insgesamt fünf Landesverbraucherzentralen die Funktion eines so genannten Finanzmarktwächters wahr.

Die ‚Finanzmarktwächter‘, bzw. Mitarbeiter der Verbraucherzentralen, sollen nun „Entwicklungen auf den Märkten beobachten, Beschwerden von Verbrauchern systematisch erfassen und Politik und Aufsichtsbehörden auf Fehlentwicklungen hinweisen“, heißt es in einer Mitteilung.

Die Einführung des Programms durch die Bundesregierung war von den betroffenen Finanzdienstleistern zuletzt kritisch kommentiert worden. Politik und Verbraucherzentrale, die bereits in der Vergangenheit zum Thema arbeitete, hielten jedoch daran fest. „Die ersten Erfahrungen der Verbraucherzentralen bestätigen, dass es ein richtiger und wichtiger Schritt war, dass die Bundesregierung den langjährigen Forderungen der Verbraucherschutzbehörden und -ministerien der Länder nach Einführung dieses Marktwächterkonzepts nachgekommen ist“, sagte Verbraucherschutzsenatorin Prüfer-Storcks.

Bei vielen Versicherungsprodukten am Markt verlören Verbraucherinnen und Verbraucher immer wieder den Überblick und seien Versicherungsverkäufern vielfach „nahezu hilflos ausgeliefert“, so die Mitteilung. Speziell bei Lebens- und Rentenversicherungen trete zudem das Problem auf, dass viele der angebotenen Produkte beim Abschluss hohe Kosten verursachen, die Rendite aber vergleichsweise gering ausfällt.

Durch die Finanzmarktwächter sollen insbesondere Kleinanleger sowie Kredit- und Versicherungsnehmer besser vor unseriösen Anbietern und riskanten Finanzprodukten geschützt werden. Aufgabe der ‚Marktwächter‘ soll auch sein, mehr Erkenntnisse über die tatsächliche Lage der Verbraucherinnen und Verbraucher im Finanzmarkt zu gewinnen sowie ein Frühwarnsystem aufzubauen. Grundlage dafür sollen Verbraucherbeschwerden, empirische Untersuchungen und perspektivisch ein interaktives Onlineportal sein.

Die Ausgaben der Privathaushalte, etwa für Versicherungsprodukte, sind gewaltig. Fast 190 Milliarden Euro pro Jahr, im Durchschnitt über 2.300 Euro pro Bürger, summieren sich hier. Von dieser Summe entfällt nach Angaben der Verbraucherzentrale fast die Hälfte auf sogenannte Lebensversicherer.  90 Millionen Verträge – mehr als Deutschland Einwohner zählt – seien hier imt Bestand.

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