Hermes-Areal mit 450 Wohnungen. Visualisierung: Schenk-Waiblinger  / Quantum AG
Hermes-Areal mit 450 Wohnungen. Visualisierung: Schenk-Waiblinger / Quantum AG

Der Siegerentwurf für das große Hermes-Areal neben dem Kolbenschmidtgelände zwischen Friedensallee und Gasstraße wurde gekürt. Auf dem 20.500 Quadradmeter großen Grund sollen bis 2020 insgesamt 450 Wohnungen – davon 150 geförderte – entstehen.

„Die Jury, die neben Hamburgs Oberbaudirektor Prof. Jörn Walter und Baudezernent Dr. Reinhold Gütter unter anderem Vertreter aller Fraktionen der Bezirksversammlung Altona, der Verwaltung, Bauherren und Euler Hermes angehören, hat sich in einem städtebaulichen Wettbewerb einstimmig für einen Entwurf des Hamburger Büros Schenk + Waiblinger Architekten entschieden“, heißt es in der Mitteilung der Quantum AG. Zwölf Architekturbüros hatten sich beteiligt, für die Finalrunde der zweiten Phase des Wettbewerbs wurden die besten vier ausgewählt.

Es erfolgt eine Untergliederung in mehrere fünf- bis siebengeschossige Gebäude. Mit einem Riegel hin zu den gewerbetreibenden Nachbarn vom Kolbenschmidt-Gelände soll der Problematik von Gewerbelärm begegnet werden. Dies schaffe so „die besten Voraussetzungen für ein funktionierendes Miteinander“, so die Mitteilung. Im Inneren werden zudem ein großer Spielplatz und eine Grünanlage als zentraler Punkt zur Begegnung der gesamten Wohnanlage angelegt.

Der Abriss des 1981 erbauten 23-stöckigen Hermes-Hochhauses sei für 2019 geplant. Bereits im kommenden Jahr soll der Bau des neuen deutschen Hauptsitzes von Euler Hermes in unmittelbarer Nachbarschaft an der Gasstraße beginnen, der 2018 fertiggestellt sein werde. Rund 1.200 Mitarbeiter sind bei Euler Hermes beschäftigt.

Die rund 450 Wohnungen auf dem Areal des derzeitigen Hochhauses sollen zwischen 50 und 120 Quadratmeter groß sein, über zwei bis fünf Zimmer verfügen und mit Balkon oder Terrasse ausgestattet werden. Die Fertigstellung ist für 2020 vorgesehen.  Mietzins und Kaufpreise stünden zwar noch nicht fest, über planungstechnische Details des Siegerentwurfs könnten sich interessierte Bürger jedoch nach den Sommerferien in einer öffentlich zugänglichen Projekt-Ausstellung informieren.

Aktuell wird u.a. von Quantum AG auf dem ‚Zeiseparkplatz‘ ein Bürogebäude gebaut. Ursprünglich sollten hier etwa 50 Sozialwohnungen entstehen. Der Entwickler steht für den Schwenk zum Gewerbebau in der Kritik und verweist auf Projekte mit der SAGA, etwa „Wohnen am Suttnerpark“ (2011) oder einen weiteren Bau auf einem Bunkergrundstück an der Behringsstraße mit 47 geförderten Wohnungen. Seit 2011 habe Quantum mehr als 460 öffentlich geförderte Wohnungen in Hamburg realisiert, so das Unternehmen. „Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum hat sich zu einem festen Unternehmensbestandteil entwickelt“, so Geschäftsführer Frank Bohlander.

Das hier vorliegende Gebiet gilt als eines der größten Wohnungsbauareale im Bezirk Altona. Bekannt ist, dass auf dem Gelände von Kolbenschmidt 550 Wohnungen in einem Mix mit Gewerbe entstehen. Zusammen mit dem Hermes Areal sind dies etwa 1.000 Einheiten. Die Bezirksamtsleitung in Altona plante nach Informationen von ALTONA.INFO jüngst jedoch mit 1.400 Wohnungen. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass auch das östliche Gebiet (u.a. Schwarzkopf) mit Wohnungsbau überplant wird.

Hermes-Areal mit 450 Wohnungen. Visualisierung: Schenk-Waiblinger  / Quantum AG
Hermes-Areal mit 450 Wohnungen. Visualisierung: Schenk-Waiblinger / Quantum AG

2 KOMMENTARE / LESERBRIEFE

  1. Schön für die Bewohner, dass auf der Planungsfläche nur Grün vorgesehen ist. Ihre Autos werden sie dann in die angrenzenden Wohngebiete pressen, wo es jetzt schon eng ist. Der Siegerentwurf scheint ausser der Tiefgarage keine weiteren Parkplätze vorzusehen. Hier wird die Lebensqualität im neuen Revier auf Kosten der Bestandswohngebiete realisiert. Wie wird zudem dem Verkehrsinfarkt auf der Friedenallee und im Bahrenfelder Kirchenweg begegnet?

  2. Ich sehe zunächst einmal nur die typische Gelbklinker-Klötzchen-Architektur, die auch schon in anderen Ecken Hamburgs architektonische Langeweile verbreitet hat. Auf mich wirkt die Planung wie eine bauliche Trutzburg, die die Maßgabe erfüllen soll, möglichst viel Wohnfläche auf relativ wenig Raum unterzubringen.

    Sehr nachteilig an dem Entwurf: Der kleine, gestaltete Park mit breitem Zugang von der Friedensallee wird geopfert. Der dortige Spielplatz wird von jungen Familien in der Umgebung sehr gut angenommen, aus dem einstigen Setzlingen sind endlich richtige Bäume geworden. Es ist eine helle, städtebaulich gelungene Ecke, wo sich Nachbarn treffen. Es wäre eine Sünde, dieses für das Viertel wichitge Stück Grün anzutasten.

    Die Begeisterung der Altonaer Städtlebauer kann ich nicht nachvollziehen. Könnte es sein, dass sich – wieder einmal – Baubürokraten von Investoren blenden ließen?

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