Am Hemmingstedter Weg in Osdorf wurde der neue Westflügel der Internationalen Schule eingeweiht. Zahlreiche Eltern, Schüler, Vertreter aus Verwaltung und Politik, etwa 1.000 Gäste, feierten den sehr gut ausgestatteten Neubau auf 3.100 Quadratmetern für derzeit 750 Schülerinnen und Schüler aus über 50 Nationen.

Der 8,9 Mio. Euro teure Anbau für die ‚International School of Hamburg (ISH)‘ wurde von der Stadt Hamburg mit 2.4 Mio Euro gefördert. Man habe den Kostenrahmen dabei im Gegensatz zu anderen Projekten in Hamburg eingehalten, betonte ISH-Schulleiter Andreas Swoboda. Perspektivisch könne die ISH nun fast 1.000 Schülerinnen und Schüler aufnehmen.

Bei einem Rundgang durch die Schule wird klar: kaum eine andere Bildungseinrichtung in Hamburg bzw. öffentliche Schule, kann sich an der Ausstattung der Privatschule messen. Zwölf reguläre und zwei naturwissenschaftliche Klassenräume, eine zusätzliche Sporthalle, ein Fitnessraum sowie Konferenz-, Verwaltungs- und Mehrzweckräume wurden eingerichtet. Auch Sport-Außenanlagen für Leichtathletik und Kleinfeldspiele wurden erweitert.

„Der Anbau schafft für uns die so dringende Entlastung für räumliche Engpässe und mehr Kapazität für innovative pädagogische Initiativen und Lernkonzepte“, so der Schulleiter. Dr. Anke Frieling, Vorstandsvorsitzende des Trägervereins der ISH, sagte: „Die Schule ist gut präpariert für die Zukunft. Durch die Eröffnung des neuen West Wings werden wir zumindest ein wenig dazu beitragen, den Wirtschaftsstandort Hamburg zu stärken. Denn ohne eine attraktive akkreditierte internationale Schule wie die ISH haben Unternehmen Schwierigkeiten, ausländische Führungskräfte zu gewinnen.“

Häufig übernehmen die Unternehmen das Schulgeld in Höhe von etwa jährlich 20.000 Euro für die Eltern der Kinder, die – wie auch die Lehrkräfte der Schule – im Laufe der Zeit mehrfach neuen Anschluss in einem anderen Land finden müssen. Das weltweit abgestimmte Curriculum ermöglicht den nahtlosen Wechsel. Unterrichtssprache ist Englisch.

Der Erste Bürgermeister trug entsprechend vor. In seiner Rede, die er auf Englisch hielt, betonte Olaf Scholz die Bedeutung für die heimische Wirtschaft: „Gerne senden Unternehmen ihre Fach- und Führungskräfte für einige Jahre nach Hamburg. Und die kommen gerne – auch wenn sie Eltern sind –, denn hier gibt es eine hervorragende internationale Schule.“ An die Schülerinnen und Schüler formulierte der Bürgermeister die Bitte: „Versteht die Vorzüge dieser Schule als Verpflichtung. Begreift die Verantwortung, zu der Ihr erzogen werdet, nicht nur als Verantwortung Euch selbst gegenüber, sondern als Verantwortung für andere, für die Gemeinschaft und für die Gesellschaft – in welchem Land auch immer.“

Den Abschluss bei den Vorträgen machte Jakob von Uexküll, Stifter des „Right Livelihood Awards“ (Alternativer Nobelpreis) und Gründer des „World Future Council“ (WFC) sowie 1963 einst Schüler der ISH. Der in London lebende Deutsch-Schwede betonte in seiner Rede den Wert eines gesunden Planeten mit gerechten Gesellschaften und kritisierte mangelnden Umweltschutz sowie ein ‚Wirtschaftswachstum um jeden Preis‘: „Bis jetzt wurden die Warnungen, dass natürliche Ressourcen begrenzt sind, verspottet und dadurch umgangen, dass man in die ökologischen und ökonomischen Räume anderer Länder wuchs. Das nennen wir dann Globalisierung.“ Im Klimawandel sieht von Uexküll das entscheidende aktuelle Thema und die größte Herausforderung für die Zukunft. „Er wird uns überall begegnen, egal wo wir leben. Auf einem unbewohnbaren Planeten wird es keine Jobs, nationale Sicherheit, menschliche Entwicklung oder ökonomische Chancen geben.“ Der Wissenschaftler betonte, dass globale Bürgerschaft ein aktives Engagement in der Öffentlichkeit erfordere. „Der Klimakrieg wird nicht von ‚General Twitter‘ oder ‚Admiral Facebook‘ gewonnen. Social Media kann mobilisieren, aber die derzeitigen Veränderungen erfordern unsere lebendige Präsenz und unseren konkreten Einsatz.“

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