Ehrenamtliche Flüchtlingshilfe: Fragen an den neuen bezirklichen Koordinator

Der Bezirk Altona hat jetzt einen „Koordinator für zivilgesellschaftliches Engagement“. Lars Schmidt-von Koss übernahm im Oktober die neue Aufgabe für das Bezirksamt Altona. Ein Anlass für ein paar Fragen.

ALTONA.INFO: Sie sind „Koordinator für zivilgesellschaftliches Engagement in der Flüchtlingshilfe“ – Wie kann man sich eine solche Tätigkeit in der Praxis vorstellen?

Schmidt-von-Koss: Aufgrund der immer größer werdenden Anzahl von geflüchteten Menschen, die in Hamburg Schutz und eine neue Heimat suchen, wurde in allen Hamburger Bezirksämtern eine Koordinationsstelle zur Unterstützung des zivilgesellschaftlichen Engagements geschaffen. Viele Bürgerinnen und Bürger sind bereit sich ehrenamtlich für die Flüchtlinge zu engagieren. Viele von ihnen rufen im Bezirksamt an. Meine Aufgabe besteht darin, diese Bürgerinnen und Bürger an die unterschiedlichen, in diesem Bereich aktiven Verbände und Initiativen weiterzuvermitteln. Meine Stelle ist extra dafür, und um den Kontakt zu den unterschiedlichen Organisationen zu vertiefen und zu halten, vom Senat geschaffen worden.

Wie können sich Bürgerinnen und Bürger –auch Schüler– aus dem gesamten Bezirk engagieren?

Dafür gibt es, sowohl vor Ort in den Flüchtlingsunterkünften als auch in den Stadtteilen, unterschiedliche Möglichkeiten. Jede Flüchtlingsunterkunft hat ein Büro an das ich mich direkt wenden und den Bedarf an Hilfe erfragen kann. Zu jeder Unterkunft hat sich aber auch ein ehrenamtlicher Kreis gefunden, der Hilfe und Unterstützung organisiert. Gern bin ich bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Welches Engagement wird aktuell wo benötigt bzw. was wird gebraucht?

Es wird ganz unterschiedliches Engagement benötigt. Das fängt beispielsweise beim Sortieren von Kleidung in einer Kleiderkammer an, geht über Sprach- und Kulturangebote und endet bei der Unterstützung der Flüchtlinge bei Behördengängen.

Können Sie schon gute Beispiele nennen, Tipps geben?

Wie schon erwähnt, für beinahe jede Flüchtlingsunterkunft haben sich Initiativen aus Kirchen, Privatmenschen und anderen Institutionen oder Verbänden zusammengefunden, die vor Ort die Bewohner unterstützen. Es hat sich gezeigt, dass durch dieses Engagement die Flüchtlinge relativ gut in ihren neuen Lebensraum integriert werden können.

Mit welchem Appell verknüpfen Sie den Start in die neue Tätigkeit?

Ich freue mich sehr, in Zukunft daran mitzuarbeiten, Menschen in Not würdig zu empfangen und sie auf dem Weg in unsere Gesellschaft zu unterstützen. Mir ist aber wichtig, dass jeder versteht, dass man den Flüchtlingen auch auf Augenhöhe begegnet. Sie haben häufig alles, Haus, einen guten Job etc. aufgegeben, weil sie um ihr Leben fürchten mussten und haben den weiten, beschwerlichen und gefährlichen Weg zu uns auf sich genommen. Jede Hilfe sollte so sein, dass sich jeder einzelne willkommen und aber auch ernst genommen fühlen kann. Wenn man vorher selber für seinen Lebensunterhalt aufkommen konnte, fällt es bestimmt schwer, nun auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Ich wünsche mir, dass jede Helferin, jeder Helfer mit diesem Wissen und dem notwendigen Fingerspitzengefühl vorgeht.

Lars Schmidt-von-Koss ist erreichbar unter:
E-Mail: lars.schmidt-vonkoss@altona.hamburg.de

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