Aus einer Veranstaltung des Deutschen Städtetages hervorgegangen, unterschrieben der Bezirk Maltepe (Istanbul) und Altona (Hamburg) am 24. Oktober 2015 ihr Memorandum für eine Kooperation der Kommunen. Für die Altonaer Seite nahmen an der internationalen Konferenz in Maltepe Bezirksamtsleiterin Dr. Liane Melzer und Yuzuf Uzundag als Vertreter der Bezirksversammlung Altona teil. Von türkischer Seite zeichneten der Bürgermeister von Maltepe, Ali Kilic und Canan Döner, Vertreterin des dortigen ‚Lokalparlamentes‘. Wie auch zuvor von der Bezirksversammlung Altona im September beschlossen (wir berichteten), streben die beiden Bezirke damit einen intensiven Austausch an.

Die Unterzeichnung erfolgte auf einem Boot unter der Bosporus-Brücke, berichtet Yusuf Uzundag, der auf  Altonaer Seite initiativ an der Partnerschaft mitwirkte. Melzer und Uzundag kamen in Begleitung von Heike Gronholz, (neue) Geschäftsführerin der Altonale GmbH und Gerhard Fiedler, künstl. Leiter der Altonale, die nun die Integration der Partnerschaft in das Kulturprogramm für 2016 vorbereiten.

„Beide Seiten sind nun voller Vorfreude, um erste konkrete Projekte anzuschieben, wie u.a. die Altonale 2016, die wir gemeinsam veranstalten werden sowie einen Austausch zwischen Schulen und Hochschulen, Sport- und Kulturvereinen und weitere Initiativen, die Völkerverständigung weiterentwickeln und den Toleranzgedanken festigen“, berichtet Uzundag, Fraktionssprecher der GRÜNEN im Ausschuss für Soziales, Integration, Gleichstellung und Flüchtlinge der Bezirksversammlung Altona.

Von einer „ganz außergewöhnlichen Atmosphäre“, berichtet Bezirksamtsleiterin Dr. Liane Melzer, die die Vereinbarung mit dem türkischen Amtskollegen im Beisein zahlreicher deutscher und türkischer Bürgermeister unterschrieb, im Gespräch mit ALTONA.INFO. Für Ende November sind jetzt Vertreter der Fraktionen und kulturellen Organisationen in Altona eingeladen, um die Kooperationen von Altonaer Seite in Angriff zu nehmen. Der Kulturausschuss der Bezirksversammlung ist dabei federführend.

Besonderes Interesse gab es nicht nur für Kulturthemen, sondern auch für den wirtschaftlichen Austausch der beiden Partner, etwa im Bereich Bau und Architektur. Betriebe auf Altonaer Seite würden jetzt aufgefordert, Praktikumsplätze anzubieten; Förderer gesucht, die Studenten ein Stipendium für ein Studium ermöglichen. Vorbereitet werde auch ein vierzehntägiger Austausch der Verwaltungen. So könnten Mitarbeiter aus dem Bezirksamt Altona auf türkischer Seite ‚mitarbeiten‘, wie auch bezirkliche Mitarbeiter aus Maltepe in Hamburg-Altona wirken sollen. Ein Schwerpunkt könnte etwa das Engagement beider Seiten in der Flüchtlingspolitik sein.

Altona und Maltepe: die Kooperation mit der türkischen Kommune lag auf der Hand, zumal sehr viele Altonaer Bürgerinnen und Bürger auch Wurzeln in der Türkei haben. Viele in Deutschland aufgewachsene Menschen arbeiten heute in der Administration auf türkischer Seite, beobachtete Melzer auf der Konferenz mit dem Titel: „Internationale Deutsch-türkische Dialog-Konferenz in Maltepe: Brücken bauen, nicht Gräben vertiefen!“

Die Koordination von Anfragen von Altonaer Seite übernimmt die Pressestelle des Bezirksamtes Altona (AP Martin Roehl, pressestelle@altona.hamburg.de).

 

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