Am Mittwoch, den 18.11., tagt der Planungsausschuss der Bezirksversammlung Altona. Nach wochenlangem Warten werden hier konkrete Pläne für eine Bebauung der bislang größten Altonaer Unterkunft im Stadtteil Rissen vorgestellt. Um schnell Ergebnisse zu erzielen, hatte der Senat die Bezirke gebeten, Gebiete mit einer Größe von acht Hektar zu nennen, auf denen der Bau von jeweils bis zu 800 Wohneinheiten möglich sei. Die Wohnungen in Suurheid (Rissen) sollen schnell hochgezogen werden und schon bis Weihnachten 2016 bezugsfertig sein, so die Prämisse. Die Bezirksversammung Altona debattierte zum Thema bereits im Oktober (wir berichteten live).

Das Bezirksamt Altona hat dem Senat u.a. das Gebiet des Bebauungsplans Rissen 45 benannt, soviel wurde bisher bekannt. Der zugrunde liegende Bebauungsplan (Rissen 45) war erst im vegangenen Jahr rechtskräftig geworden. Ohne Probleme könnten hier nun jederzeit Wohnungen entstehen, erläuterte zuvor Baudezernent Dr. Reinhold Gütter bei einer Sitzung des Hauptausschusses im September. Im Rahmen des nach über zehn Jahren abgeschlossenen Verfahrens, war für die Flächen rund um das Krankenhaus von 200-300 Wohneinheiten die Rede.

Mit entsprechenden Befreiungen vom B-Plan und einem additiven vorhabenbezogenen Bebauungsplan könnte sich die Kapazität nun nach Informationen von ALTONA.INFO deutlich erweitern. Senat und Bezirk könnten dem Bau von bis zu zwei zusätzlichen Geschossen über bisherigen Festlegungen im Bebauungsplan zustimmen. Insgesamt würde diese Baumasse zwar auch dann noch nicht ganz ausreichen, um im Gebiet die angestrebte Aufnahmekapazität zu organisieren. Die Umsetzung auf dem Gelände könnte jedoch größtenteils bereits starten, ohne dass das Ergebnis eines weiteren vorhabenbezogenen B-Planes abgewartet werden müsste.

Die Wohneinheiten, die nach dem Mindeststandard für öffentlich-geförderten Wohnraum errichtet werden sollen, werden als Unterkünfte vom städtischen Betreiber Fördern & Wohnen für 15 Jahre angemietet, so bisherige Informationen.

Im Umfeld von Rissen formierte sich die Bürgerinitiative „VIN“ (Vorrang für Integration und Nachhaltigkeit), nachdem von von einer Unterbringung von bis zu 4.000 Schutzsuchenden zu lesen war. Zentrale Forderungen der Ini sind eine Beschränkung der Kapazität auf die im Bebauungsplan festgelegten Werte, eine verbindliche, ständige, begleitende Bürgerbeteiligung während des Verfahrens sowie eine ansonsten „maximal mögliche Dezentralisierung der Flüchtlingsunterbringung“.

Wahrscheinlich ist, dass weitere Kapazitäten mit kleineren Einheiten auch in anderen Stadtteilen erschlossen werden, um eine integrationspolitisch optimalere Lösung zu finden. Der Senat schaue sich etwa auch das Baugebiet am Vorhornweg an, berichtete Bezirksamtsleiterin Dr. Melzer in einem Pressegespräch vor einigen Wochen. Statements der politischen Fraktionen bei der letzten Sitzung der Bezirksversammlung Altona Ende Oktober deuteten ebenfalls darauf hin, dass es noch um einige weitere Standorte im Bezirk geht.

Termin: Infoveranstaltung am 18.11., ab 19:00 Uhr in der Aula der Schule Iserbarg, Iserbarg 2, 22559 Hamburg.

 

KOMMENTAR / LESERBRIEF

Antwort hinterlassen