Aus der Konzeptstudie zum Olympiastadion. Darstellung: Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp)

Mit einem knappen Votum lehnten die Hamburgerinnen und Hamburger am 29. November die Bewerbung ihrer Stadt in einer Volksabstimmung ab. Bei dem Referendum votierten 51,6 Prozent gegen die Bewerbung, 48,4 Prozent waren dafür. Im Bezirk Altona waren lediglich 44,7 Prozent der Abstimmenden für eine entsprechende Bewerbung als Austragungsort. Die Beteiligung an der Abstimmung lag hamburgweit bei 50,1 Prozent (Altona 51,8%). Das amtliche Endergebnis steht noch aus.

Einmal abstimmt, dürfen vergleichbare Fragen bzw. Volksentscheide binnen zehn Jahren nicht erneut vorgelegt werden. Eine Bewerbung für 2028 statt 2024 gilt deshalb als ausgeschlossen. Die Bewerbungsgesellschaft, die Hamburg mit dem Olympischen Sportbund gründete, werde bis Ende 2015 die Arbeit einstellen, verkündeten Vertreter des Senats.

Bereits München hatte als große deutsche Metropole eine Bewerbung in einer früheren Befragung ausgeschlossen. Aus einer vorherigen Umfrage in den Städten Berlin und Hamburg ging nun hervor, dass die Hamburger eher als die Berliner für eine Durchführung plädierten. Der Olympische Sportbund entschied sich damals für die Bewerberstadt Hamburg. Doch trotz einer enormen Werbeoffensive von Regierung, Wirtschaftsverbänden, zahlreichen Parteien und sogar einigen Medien, konnte die Bereitschaft der Hamburgerinnen und Hamburger nicht aktiviert werden.

Das vorgelegte Bewerbungskonzept, dessen Finanzierung bis zuletzt unklar war, konnte offenbar nicht überzeugen. Bürgermeister Olaf Scholz wollte seinerseits die Beteiligung aus dem Hamburger Haushalt auf 1,2 Mrd. Euro deckeln. Der größte Finanzierungsanteil sollte aus Bundesmitteln erfolgen. Nach Bekanntwerden des Abstimmungsergebnisses, behauptete Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, dass sich der Bund nicht in dem von Hamburg gewünschten Maße beteiligt hätte. Im Vorfeld des Volksentscheides hatten sich Bund und Land nicht verständigt.

 

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